Das war der Roundtable

Tunesiens Süden als verlockendes Puzzle

Auf Chancensuche: Meike Oßendorf (Inhaberin Der Reisekompass, Ochtrup) sowie im Hintergrund (v.l.) Christian Pawelczyk (Inhaber Reisebüro Christian Reisen, Görlitz), Chafi Mrouki (Projektleiter Tunesien des DRV in Tunis), Riadh Dekhili und Kerima Nouira (Fremdenverkehrsamt Tunesien in Deutschland) sowie Yasemin Akladious (Produktmanagerin FTI Touristik). Moderation: Jochen Eversmeier.
FVW Medien
Auf Chancensuche: Meike Oßendorf (Inhaberin Der Reisekompass, Ochtrup) sowie im Hintergrund (v.l.) Christian Pawelczyk (Inhaber Reisebüro Christian Reisen, Görlitz), Chafi Mrouki (Projektleiter Tunesien des DRV in Tunis), Riadh Dekhili und Kerima Nouira (Fremdenverkehrsamt Tunesien in Deutschland) sowie Yasemin Akladious (Produktmanagerin FTI Touristik). Moderation: Jochen Eversmeier.

Die Reiseexperten beim Roundtable zu Tunesiens Süden machen konkrete Vorschläge, wie das Potenzial des Landes genutzt und die Reiseangebote besser vermarktet werden können.

Mehr als 60 Teilnehmer, die in vier Gruppen zu unterschiedlichen Touren in Tunesiens Süden aufbrechen. Nie zuvor hat ein von fvw|TravelTalk und DRV veranstaltetes Destination Forum so viele Ziele in einer Region angesteuert, wie die Reise Anfang Mai.

Und das gilt nicht nur quantitativ. Denn die überwältigenden Eindrücke bleiben haften, wie zwei der Teilnehmer feststellen: Christian Pawelczyk vom Reiseunternehmen Christian Reisen in Görlitz und Meike Oßendorf vom Reisekompass in Ochtrup.

Reisebüros wünschen sich mehr Bausteine

Pawelczyk war besonders angetan vom Erlebnis in der Wüste, der Herzlichkeit der Menschen. Bei Meike Oßendorf  haben es die Quellen von Chebika und die Oase von Tamerza angetan. Eindrücke, die nicht so schnell verblassen.

Was sie sich wünschen: Mehr Bausteine in die Programme der Veranstalter aufnehmen und gleichzeitig, wie jetzt schon geschehen, Ausflüge und Mehrtagestouren von den großen Badezielen an der Küste anbieten. Meike Oßendorf kann sich gut vorstellen, Interesse unter ihrer Kundschaft für regional typische, exklusive und "feine" Hotels zu finden.

Unterstützung finden sie bei Chafi Mrouki, Projektleiter Tunesien des DRV, dessen Büro die tunesischen Reiseanbieter dabei unterstützt, das Potenzial für neue Reiseprodukte zu identifizieren und neue nachhaltige Angebote in den Bereichen Ökologie, Sport und Kultur zu erarbeiten.

Veranstalter arbeiten an kompletten Urlaubspaketen

Das Tunesien-Geschäft kommt zurück, stellen die Veranstalter fest. Produktmanagerin Yasemin Akladious von FTI Touristik arbeitet daran, die Touren und Ausflüge auch für den Süden Tunesiens auszubauen. Das Ziel: eine Buchbarkeit nicht nur vor Ort am Urlaubsort, sondern bereits bei der Reisebuchung in Deutschland.

Und dabei sollte man nicht die Gruppenreisen vergessen, mahnt Christian Pawelczyk. "Eine solche Region als Reisender in einer Gruppe kennenzulernen ist ein tolles Erlebnis", weiß er aus eigener Erfahrung als Anbieter von Busreisen.

Wobei Oßendorf und Pawelczyk höchst ähnliche Reaktionen ihrer Kunden auf ihre Tunesien-Reise und die dabei gemachten Videos erfahren haben, obwohl ihre Zielgruppen altersmäßig weit auseinander liegen.

"Die Videos von unseren Touren hinterlassen bei unseren jungen Kunden eine tollen Eindruck", stellt Meike Oßendorf fest. Christian Pawelczyk macht die gleiche Erfahrung, als er die Videos seinen mehrheitlich 60-Jahre-plus-alten Kunden bei einer Busreise vorstellte.

Impressionen von der Tour "Körper und Geist im Einklang mit der Natur"


Doch klar ist auch: Je besser die Fluganbindung, desto größer die Chancen. Bislang wird die Region im Süden um die Oasenstädte Tozeur und Nefta lediglich von Tunisair über Tunis angeboten. Zusätzlich ist die Tochter Tunisair Express täglich zwischen der Hauptstadt und Tozeur unterwegs. Vielleicht wäre ein Stopover mit Aufenthalt in Tunis eine Chance, gibt Meike Oßendorf zu bedenken.

Riadh Dekhili, Fremdenverkehrsamtschef von Tunesien in Frankfurt, sieht Tunisair am Zuge, die aber ihre Kapazität nach der Pandemie nur vorsichtig ausbauen will.

Yasemin Akladious von FTI Touristik meint, dass zumindest pro Flugpaar zwischen Deutschland und Tozeur ein Flug nonstop und der andere mit Zwischenlandung angeboten werden könne. Meike Oßendorf greift die Idee auf: "Ein Direktflug nach Tozeur und nach einer Woche geht es per Bus zum Badeaufenthlat auf Djerba und von dort per Flug zurück – das wäre für jüngere Kunden durchaus reizvoll."

Bliebe noch Nouvelair. Die private Konkurrenz zur Tunisair ist mit 18 wöchentlichen Flügen ab Deutschland Marktführer und steuert die Küste an. Die Airline hat allerdings keine Rechte für Inlandsflüge.

Das erlebte die Gruppe "Leben wie die Nomaden"


Eine bessere Fluganbindung für den Süden ist noch Zukunftsmusik. Drängender sei es, mehr Werbung für die Region am Rande der Wüste zu machen, sie überhaupt den Reisebüros bekannter zu machen, heißt es in der Runde.

Immerhin: Das Fremdenverkehrsamt ist dabei, eine neue Mediaagentur zu verpflichten. Das Bewerbungsverfahren läuft. Ein zentraler Punkt: Der Süden Tunesiens soll eine größere Rolle bei den Werbeaktivitäten spielen.

Die Bilder von der Reise anlässlich des Destination Forum Tunesien:

Destination Forum Tunesien (Teil 2): Den Süden Tunesiens hautnah erleben



Destination Forum Tunesien (Teil 1): Reiseprofis entdecken die Magie des Südens





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