Alle Wintersportler gerettet (Update mit Karte)

Lawinenunglück im Skigebiet Zürs/Trittkopf

Lawinenabgänge sind keine Seltenheit.
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Lawinenabgänge sind keine Seltenheit.

Bei einem Lawinenabgang in Österreich wurden am Sonntagnachmittag zehn Wintersportler verschüttet. Sie konnten alle gerettet werden.

Nach dem Lawinenabgang am Arlberg in Österreich sind alle Vermissten gerettet. Vier Menschen wurden verletzt, einer von
ihnen schwer, wie die Landespolizeidirektion Vorarlberg am frühen Montagmorgen mitteilte. Vermisst werde nach derzeitiger Erkenntnislage niemand mehr.

Was war geschehen?

Ursprünglich waren die Einsatzkräfte von zehn Wintersportlern ausgegangen, die am Sonntag auf der Piste von den Schneemassen begraben worden sein könnten. Das Video eines
Skigastes legte diesen Schluss nahe. Hermann Fercher, Direktor des Tourismusverbandes Lech/Zürs, erklärte in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember gegenüber der "Bild-Zeitung": "Durch ein Video hatten wir Anfangs die Vermutung, dass zehn Personen im Lawinenkegel sein könnten. Eine Person konnte relativ schnell befreit werden und mit mittelschweren Verletzungen in die Klinik geflogen werden. Weitere sieben Personen konnten mit Hilfe von Zeugenaussagen von der Polizei identifiziert werden. Diese Skifahrer sind inzwischen alle wohlbehalten in ihren Unterkünften angekommen. Derzeit suchen wir also noch nach mutmaßlich zwei Personen, die möglicherweise unter den Schneemassen liegen."

Die Lawine war gegen 15.00 (25. Dezember) Uhr im Bereich des rund 2700 Meter hohen Trittkopfs im Skigebiet von Lech und Zürs in Vorarlberg abgegangen. Am Sonntag herrschte laut Lawinenwarndienst in dem Gebiet erhebliche Lawinengefahr.
Die B198 zwischen Zürs und Alpe Rauz wurde aufgrund des Einsatzes gesperrt.
Screenshot via Google Maps)
Die B198 zwischen Zürs und Alpe Rauz wurde aufgrund des Einsatzes gesperrt.

"Vol.at" berichtete um 17.00 Uhr: "Die Suche nach Verschütteten läuft weiterhin auf Hochtouren - es sind Rettungskräfte aus Vorarlberg und Tirol im Einsatz. Augenzeugen berichten von bis zu 6 Helikoptern, die zeitweise im Minutentakt landeten und wieder abhoben." Langsam werde es jedoch immer dunkler am Arlberg. 

"Wir tun alles, um die Wintersportler zu bergen", teilte die Gemeinde Lech mit. Doch die Hubschrauber waren nicht mehr im Einsatz. Weitere Informationenen zu Lawinenrisiken in den Wintersportgebieten können der Website des Lawinenwarndienstes entnommen werden.

Lawinenunglücke in der Region

In den vergangenen Tagen war in dem hochalpinen Gelände viel Schnee gefallen. Am Sonntag herrschten dann nach Angaben der Polizei frühlingshafte Bedingungen in dem wegen seiner vielen Pisten und seiner Schneesicherheit beliebten Skigebiet am Arlberg. Zugleich war die Lawinengefahr nach Angaben des Lawinenwarndienstes erheblich. So war am Sonntag auch in Sölden in Österreich im ungesicherten Gelände eine Lawine niedergegangen. Nach einer rund zweieinhalbstündigen Suchaktion nach einem möglichen Vermissten wurde schließlich Entwarnung gegeben.

Dass Lawinen auch die als sicher geltenden Pisten erreichen, ist äußerst selten, aber nicht ausgeschlossen. So starben vor drei Jahren in Südtirol eine Frau und zwei sieben Jahre alte Mädchen, als sich im Schnalstal in 3000 Metern Höhe ein riesiges Schneebrett löste und bis auf die Piste donnerte. Auch in Andermatt in der Schweiz war es im Dezember 2019 zu einem Vorfall gekommen, bei dem Schneemassen sechs Skiläufer auf der Piste verschütteten. Das Unglück ging aber glimpflich aus.

Das Überleben in einer Lawine ist eigentlich nur in einem kurzem Zeitraum möglich. Die Opfer ersticken unter dem fest gepressten Schnee oder erliegen ihren Verletzungen. In Einzelfällen haben Verschüttete aber Glück und vor ihrem Gesicht befindet sich ein Hohlraum, der das Atmen ermöglicht. Unter diesen Umständen wurden Wintersportler auch noch nach mehreren Stunden lebend geborgen.

 


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