Bahnverkehr unterbrochen

Brand im Berliner Grunewald nach Explosion

Luftaufnahme vom Waldbrand beim Sprengplatz der Polizei am Kronprinzessinnenweg in Nikolassee im Grunewald. In der Nacht brach dort ein Feuer aus, wobei Knallgeräusche und schwere Detonationen zu hören waren.
Imago / Christian Ender
Luftaufnahme vom Waldbrand beim Sprengplatz der Polizei am Kronprinzessinnenweg in Nikolassee im Grunewald. In der Nacht brach dort ein Feuer aus, wobei Knallgeräusche und schwere Detonationen zu hören waren.

Feuer im Grunewald - nach einer Explosion stehen Teile des Hauptstadtwalds in Flammen. Der Bahnverkehr ist unterbrochen, wichtige Verkehrsadern gesperrt.

Nach einer Explosion auf einem Sprengplatz der Polizei im Berliner Grunewald ist der angrenzende Forst in Flammen geraten. Das Feuer breitet sich nach Angaben der Feuerwehr aus. Immer wieder kommt es zu Explosionen. Am frühen Morgen war eine Fläche von eineinhalb Hektar betroffen.

Wohngegenden sind nach Erkenntnissen der Feuerwehr nicht in Gefahr. "Das werden wir verhindern", sagte ein Sprecher. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Auch Verkehrsinfrastruktur sei nicht betroffen. Verletzte habe es bislang nicht gegeben. Die Berlinerinnen und Berliner sollten die Gegend aber weiträumig meiden.

Es sei davon auszugehen, dass die hohe Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es. Die für den Tag erwartete Hitze werde vor allem den Einsatzkräften zu schaffen machen.

"Die Lage ist unübersichtlich", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Aufgrund von weiteren Explosionen und umherfliegenden Trümmerteilen hat die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge noch nicht mit dem Löschen begonnen, die Einsatzkräfte haben sich zunächst auf 1000 Meter zurückgezogen. Es seien 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Polizeikräfte vor Ort. Weitere Einsatzkräfte, sowie Spezialkräfte der Bundeswehr sind angefordert. Vor Ort trafen Wasserwerfer und Räumpanzer ein.

"Momentan befinden wir uns in der Phase der Beratung und Beobachtung", erklärte der Sprecher weiter. Nach Angaben eines Polizeisprechers sei bisher noch völlig unklar, wie es zu der Explosion kommen konnte. Auf dem Platz wird Fundmunition gelagert und kontrolliert durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Berliner Polizei entschärft.

Der Regional- und S-Bahnverkehr in Richtung Westen sind unterbrochen. Die S-Bahn-Linie S7 fährt von Berlin aus nur noch bis Grunewald, wie ein Bahnsprecher sagte. Beim Regionalverkehr sind die Linien RE1 und RE7 sowie RB21 und RB22 zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Friedrichstraße unterbrochen. Inwiefern auch der Fernverkehr aufgrund des Feuerwehreinsatzes beeinträchtigt ist, war zunächst nicht bekannt.

Im Fernverkehr ist lediglich die Intercity-Verbindung in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam betroffen. Die IC-Züge werden derzeit über Spandau umgeleitet. Stopps in Berlin-Wannsee und Potsdam entfallen.

Die Autobahn Avus zwischen Spanischer Allee und Hüttenweg ist in beide Richtungen gesperrt, ebenso der Kronprinzessinnenweg und die Havelchaussee, hieß es von der Berliner Verkehrszentrale.
Die Behörden warnten die Bevölkerung über den Brand auf den Warn-Apps und riefen dazu auf, das Gefahrengebiet zu meiden. Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftung und Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden.

Die Autobahn Avus in Berlin bleibt wegen des Brands im Grunewald voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, teilten Polizei und Feuerwehr mit. Der Wald brenne weiter unkontrolliert auf rund eineinhalb Hektar, sagte ein Feuerwehrsprecher.

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