Bei Rückreise

Alle Ungeimpften müssen sich jetzt testen lassen

Auch wer mit dem Auto oder Bus in Deutschland wieder einreist, muss seit 1. August 2021 einen negativen Corona-Test vorweisen können.
FVW Medien/HMJ
Auch wer mit dem Auto oder Bus in Deutschland wieder einreist, muss seit 1. August 2021 einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Bislang galt lediglich für Urlauber aus Risiko- und Hochrisikogebieten eine Testpflicht bei oder vor Rückkehr nach Deutschland. Seit Sonntag gilt das für alle Staaten unabhängig vom aktuellen Risikostatus und Verkehrsmittel.

Betroffen von der Neuerung sind alle ungeimpften Reisenden ab zwölf Jahre, die mit dem Auto, dem Bus oder dem Zug aus dem Ausland zurückkommen. Diese hatten nach Feststellung des Robert-Koch-Institus im vergangenen Jahr für einen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gesorgt. Damals handelte es sich oftmals nicht um Urlauber, sondern um sogenannte ethnische Verkehre, also Familienbesuche im Ausland, etwa in der Türkei oder auf dem Balkan.

Inzwischen wird Corona dem RKI zufolge aber verstärkt auch durch junge Leute nach Deutschland getragen, die im nahen Ausland Partys feiern und dabei keinerlei Masken- oder Abstandsregeln beachten. Diese jungen Leute sind meistens nicht mit dem Flieger unterwegs (da besteht die Testpflicht heute schon), sondern mit Bussen oder im eigenen Auto.

Die von diesem Sonntag an (1. August 2021) geplante Ausweitung der Einreise-Testpflichten soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verhindern, dass sich Corona in Deutschland stärker ausbreitet. "Alle nicht geimpften Einreisenden nach Deutschland müssen sich künftig testen lassen – egal ob sie mit dem Flugzeug, Auto oder der Bahn kommen", betont der Politiker. Damit reduzieren wir das Risiko, dass zusätzliche Infektionen eingetragen werden."
Die neuen Einreiseregeln in Kürze
Rückkehrer aus ...

... ALLEN LÄNDERN müssen einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorlegen. Das gilt für Reisende ab 12 Jahren und unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel. Geimpfte und Genesene sind von der Testpflicht befreit.

... HOCHRISIKOGEBIETEN (siehe unsere Liste auf fvw.de) müssen sich zusätzlich für 10 Tage in Quarantäne begeben, wenn sie ungeimpft sind. Nach dem 5. Tag können sie sich freitesten lassen. Geimpfte und Genesene sind von Test- und Quarantäne befreit.

... VIRUSVARIANTENGEBIETEN (siehe unsere Liste auf fvw.de) müssen sich IMMER testen lassen und in jedem Fall für 14 Tage in Quarantäne begeben – egal, ob sie ungeimpft, geimpft oder genesen sind.

Wer als Ungeimpfter aus einem Hochrisikogebiet zurückkehrt, muss sich wie bislang für zehn Tage in Quarantäne begeben. Eine Freitestung mit PCR-Test ist nach fünf Tagen möglich. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantäne automatisch nach fünf Tagen.

Als Hochrisikogebiete gelten Länder, in denen die Inzidenz deutlich über 100 liegt, die Krankenhäuser voll sind und es nur wenige Tests gibt. Bislang lag die Latte für Hochrisikoländer bei 200. Im Gegenzug schafft die Bundesregierung die Kategorie der "einfachen" Risikogebiete (über 50) allerdings völlig ab.

Keine Änderungen für Geimpfte

Für Geimpfte und Genesene ändert sich durch die neue Regelung somit nichts. Sie sind heute schon von Test- und Quarantänepflichten befreit, wenn sie ein Impf- oder Genesenenzertifikat vorweisen können. Dies gilt sowohl für die Rückkehr aus Risiko- als auch aus Hochrisikogebieten und erst recht aus Nichtrisikostaaten. Ausgenommen sind lediglich die wenigen Virusvariantengebiete. Wer aus einem solchen kommt, muss auch trotz Impfung einen Test machen. Zusätzlich sind immer zwei Wochen Quarantäne vorgeschrieben.

Grundsätzlich spielen laut Robert-Koch-Institut Ansteckungen auf Urlaubsreisen inzwischen eine größere Rolle. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Da sie in Deutschland weitere Personen anstecken, wenn sie sich nicht sofort in Quarantäne begeben, sei die tatsächlich Zahl noch weitaus höher.Als Land, aus dem die meisten Infektionen nach Deutschland getragen werden, gelte Spanien.

Insbesondere aus Mallorca waren die Ansteckungszahlen zuletzt enorm gestiegen. Aber auch aus der Türkei und den Niederlanden werden viele Corona-Neuinfektionen nach Deutschland geschleppt. Ebenso sind Kroatien und Griechenland betroffen. Unter den zehn am häufigsten genannten Infektionsländern stehen auch Frankreich, Italien und Dänemark. Einen besonders starken Zuwachs seit Mitte Juli verzeichnet das RKI für die Türkei.

Mehr Kontrollen geplant

Zudem sollen die negativen Testbescheinigungen an den Flughäfen und an den Grenzübergängen verstärkt überprüft werden. Wer kein Zertifikat vorlegen kann und aus dem Ausland kommt, muss mit hohen Geldbußen rechnen.
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2.
Sven Krause
Erstellt 2. August 2021 08:10 | Permanent-Link
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Das ist in der Umsetzung völlig absurd und typisch für die mangelnde Intelligenz der Politik. Verstehe ich das richtig? Wenn ich einen positiven Test erhalte, darf ich in mein eigenes Land nicht mehr einreisen, um dort zu genesen? Bei der Grenzkontrolle bin ich bereits auf deutschem Boden. Werde ich dann ausgewiesen? Und der Staat, aus dem ich kam, nimmt mich wieder auf? Oder hänge ich dann 14 Tage im Niemandsland fest? Diese Regelung scheint mir stark verfassungswidrig zu sein, aber die Justiz funktioniert ja schon seit einem Jahr nicht mehr.

Jan Lehmann
Erstellt 2. August 2021 10:38 | Permanent-Link

@Sven Krause: Wer positiv getestet wird, muss ja eigentlich dort in die Quarantäne, wo der Test gemacht wurde. Das war aber doch schon immer so. Das ist ja genau der Zweck des Tests – das auf Reisen keine weiteren Menschen angesteckt werden können. Ich denke aber nicht, dass deswegen jemand zurückgewiesen wird. Man muss nur auf schnellsten und direktem Weg nach Hause fahren. Mit dem eigenen Auto ist das Risiko dann ja auch überschaubar. Also – bei aller tatsächlich mangelnder Intelligenz der Politik – nicht den Teufel an die Wand malen.

Michael Bringemeier
Erstellt 2. August 2021 11:38 | Permanent-Link
bearbeitet

@Sven Krause: Sie sind sich also recht sicher, Herr Krause, die Regeln nicht verstanden zu haben; gleichzeitig scheinen eben diese Regeln Ihnen verfassungswidrig zu sein? Was denn, übrigens, ist passiert mit "der" Justiz vor einem Jahr?

1.
Yvonne Lehné
Erstellt 31. Juli 2021 16:47 | Permanent-Link



Darf ich résumieren: Bei den letzten Bundesländern gilt, Urlaub genommen, nach niedrigen Inzidenzschwellen , bisher 200, gebucht, egal, ob geimpft oder nicht, gehofft, das hält über die Zeit der ersten Urlauber. FTI konstatiert, Pauschalurlauber sind keine Pandemietreiber, eher heimreisende Rückkehrer. Alle müssen sich ab jetzt testen lassen, Inzidenz im Urlaubsland darf die 100 nicht überschreiten, dann gibts für Ungeimpfte Quarantäne bis mind. 5 Tage und sich jetzt noch schnell impfen lassen bringt nix, da 14 Tage Abwartefrist sein muss. Soll heissen, der Druck der BRD auf die Impfunwilligen zieht an ihnen vorbei, die stornieren und bleiben hier, den Geimpften ist es egal,
ab wann das Ganze gilt ist unbekannt, die Option umbuchen kann man aufgrund des geringen Angebots vergessen und für mich ist der Sommer gelaufen. Mehr Verunsicherung geht nicht und die Sommerferien kamen ja auch dieses ganz plötzlich und unerwartet. Aber Schüler, die mehr Homeschooling hatten als Präsenztunterricht brauchen vielleicht auch gar nicht so dringend den Urlaub, eher die stressgeplagten Eltern.
Nur nebenbei bemerkt ist es hier in Niedersachsen noch nicht soooo lange her, dass man dem Impfstoff/Termin nachlaufen musste, den letzten beissen die Hunde.





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