Barcelona

Wieder gewalttätige Aktion von Tourismus-Gegnern

Barcelona ist bekannt für die Kunst von Antoni Gaudi.
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Barcelona ist bekannt für die Kunst von Antoni Gaudi.

Bei einer neuen gewalttätigen Protestaktion gegen Massentourismus sind in Barcelona zahlreiche Leihfahrräder beschädigt worden.

Mehrere Aktivisten der linken Organisation Arran hätten zu Wochenbeginn in der spanischen Metropole Barcelona unter anderem die Reifen der vor allem bei Touristen sehr beliebten städtischen Räder zerstochen, berichteten spanische Zeitungen.

Arran-Sprecherin Laura Flores wies Kritik zurück und sagte am Dienstagabend im Interview des TV-Senders La Sexta, es handele sich nicht um kriminelle Handlungen: „Solche Aktionen sind genauso legitim wie Kundgebungen.“ Gewalt werde vor allem „von diesem Modell des Massentourismus erzeugt“, betonte sie.

Ein von der Gruppe auf Twitter gestelltes Video zeigt Szenen der Aktion. «Wir haben die Besetzung des öffentlichen Raumes durch Tourismus-Unternehmen in unserem Viertel satt!», heißt es. Erst am vergangenen Donnerstag hatten vier vermummte Mitglieder von Arran in Barcelona einen Touristenbus zum Halten gezwungen. Vor den Augen der erschrockenen Fahrzeuginsassen, darunter vieler Kinder, zerstachen die Aktivisten dann alle Reifen. Außerdem sprühten sie mit Farbdosen Parolen auf die Windschutzscheibe wie «Der Tourismus tötet die Stadtviertel».

Seit einigen Wochen nehmen in ganz Spanien die Demonstrationen und Proteste von linken Organisationen und Bürgerinitiativen gegen die Auswüchse des Tourismus zu. Die meisten und spektakulärsten Aktionen finden vor allem in Barcelona und auf Mallorca statt.

„Die Proteste gegen Tourismus werden immer heißer“, stellte der spanische Rundfunksender Cadena Ser fest. Und auch immer häufiger. Immer einfallsreicher. Immer spektakulärer. Wie am Samstag auf Mallorca. Mitglieder der nicht von jungen Linken, sondern von besorgten Bürgern gebildeten Initiative „Ciutat per qui l'habita“ (Die Stadt für die Bewohner) sperrten in Palma symbolisch das Tourismusministerium. Sie klebten Zettel mit der Aufschrift „geschlossen“ an die Eingangstür des Gebäudes.

Eine Sprecherin der Vereinigung sagte dabei, was der größte Dorn im Auge der Gegner des Massentourismus ist: Die Ferienvermietung in Mehrfamilienhäusern, die auf Portalen wie Airbnb angeboten wird. Diese verursacht nicht nur auf Mallorca oder in Barcelona eine Explosion der Immobilienpreise, die Senkung des Angebots an Mietwohnungen und eine Gentrifizierung der Innenstädte. (dpa)

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