Auswärtiges Amt

Gewalt in Mexiko steigt sprunghaft

Acapulco an der Westküste Mexikos zählt heute als gefährlicher Urlaubsort.
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Acapulco an der Westküste Mexikos zählt heute als gefährlicher Urlaubsort.

Angesichts der wachsenden Kriminalität im Land haben die USA wie berichtet für Teile Mexikos die schärfste Reisewarnung ausgesprochen. Das deutsche Auswärtige Amt schließt sich dem zwar nicht an, verdeutlicht in seinen Hinweisen aber die Gefahren.

Allerdings rät das deutsche Außenministerium dringend von touristischen Reisen in bestimmte mexikanische Regionen ab. Das "dringende Abraten" gilt als Gefahrenstufe vor der förmlichen "Warnung". Zu den Gebieten, die Urlauber meiden sollten, gehören demnach:

• der Bundesstaat Colima, mit Ausnahme von Manzanillo, bei der Anreise per Schiff oder Flugzeug,
• der Bundesstaat Guerrero, mit Ausnahme von Ixtapa-Zihuatanejo bei der Anreise per Flugzeug sowie die Stadt Taxco, sofern die An- und Abreise bei Tageslicht erfolgt,
• im Bundesstaat Michoacán die Gebiete westlich der Landeshauptstadt Morelia,
• der Bundesstaat Sinaloa, mit Ausnahme von Mazatlán, dort Zona Dorada und das historische Zentrum, bei direkter An- und Abreise per Flugzeug sowie Los Mochis/Bahnstrecke des "El Chepe",
• der komplette Bundesstaat Tamaulipas,
• der komplette Bundesstaat Zacatecas,
• die Grenzregion zu den USA für über das erforderliche Minimum für Ein- und Ausreise hinausgehende Aufenthalte.

Abgeraten wird zudem von Reisen in folgende Regionen:
• Bundesstaat Guanajuato: Aufgrund vermehrter Sicherheitsvorfälle und drogenbedingter Gewalt wird von Reisen südwestlich der Bundesstaße 45D, einschließlich Celaya, Salamanca und Irapuato, abgeraten.
• Bundesstaat Chiapas: Von Reisen auf der Bundesstraße 199, die Palenque mit San Cristobal de las Casas verbindet, wird abgeraten. Auf dieser Strecke kommt es regelmäßig zu Überfällen.

Zu besonderer Vorsicht wird geraten:
• bei Reisen in die Bundesstaaten Jalisco, Veracruz und in die östlichen Landesteile des Bundesstaats Michoacán sowie der Landeshauptstadt Morelia,
• bei Besuchen in den Bezirken Tepito, Doctores, Lagunilla, Venustiano Carranza, Gustavo A. Madero und Iztapalapa von Mexiko-Stadt.

Bandenkriege auch in reicheren Vierteln

In Mexiko kommt es dem Auswärtigen Amt zufolge wiederholt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Banden der organisierten Kriminalität oder mit staatlichen Sicherheitskräften. In den an Mexiko-Stadt angrenzenden Gemeinden des Estado de México nehme die Zahl der Gewaltdelikte zu. Auch wohlhabendere Stadtviertel der mexikanischen Großstädte seien immer wieder von gewalttätigen Vorfällen, mit teils erheblichen Beeinträchtigungen oder Verletzungen von Anwohnern betroffen.

Bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden der organisierten Kriminalität würden Gegner brutal ermordet, auf Unbeteiligte werde keine Rücksicht genommen. "Insoweit bieten auch öffentliche und frequentierte Orte nicht immer Sicherheit", warnt das Auswärtige Amt.

Die Behörde rät:

• Führen Sie erforderliche Reisen in die Regionen und Städte, für die von Reisen dringend abgeraten wird, nur mit einem tragfähigen Sicherheitskonzept durch.
• Seien Sie bei Überlandfahrten generell besonders vorsichtig.
• Verzichten Sie auf Nachtfahrten.
• Informieren Sie sich über die Lage in den jeweiligen Grenzregionen und beschränken Sie Ihren Aufenthalt dort auf das für die Ein- und Ausreise erforderliche Minimum.
• Informieren Sie sich über die lokalen und sozialen Medien.
• Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
• Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Gewaltangriffe auch in Hotels

Gewaltdelikte seien in Mexiko inzwischen an der Tagesordnung. Mitglieder der organisierten Kriminalität griffen rivalisierende Gruppen teils mit schweren Waffen in öffentlichen Bereichen und auch innerhalb gut geschützter Hotelanlagen an. Bei Schusswechseln zwischen rivalisierenden Gruppierungen oder mit den Sicherheitskräften gerieten dabei immer wieder unbeteiligte Touristen ins Kreuzfeuer. In jüngster Zeit kam es zu mehreren Todesfällen.

Häufigste Verbrechen sind Diebstähle, Raubüberfälle und Entführungen. Sprunghaft gestiegen sei zudem die Gewalt gegen Frauen, darunter Morde, sexuelle Übergriffe und Entführungsversuche, auch in den Touristenregionen. Die meisten Straftaten würden nicht aufgeklärt.

In stehenden Autos oder öffentlichen Bussen würden erfahrungsgemäß selbst verbale Entgegnungen brutal beantwortet. Die Überfallgefahr sei bei Überlandfahrten nachts und abseits der mautpflichtigen Autobahnen sowie an unbelebten Raststätten und Tankstellen besonders hoch.

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