Ausblick

Hotellerie profitiert von starkem Deutschland-Tourismus

Großer Zuwachs: Bis zu 85.115 zusätzliche Zimmer drängen auf den deutschen Hotelmarkt.
Getty Images
Großer Zuwachs: Bis zu 85.115 zusätzliche Zimmer drängen auf den deutschen Hotelmarkt.

Die deutsche Hotellerie geht angesichts der andauernden Reise- und Konsumlust der Gäste aus dem In- und Ausland zuversichtlich ins neue Jahr. Viele Hotelprojekte sind in Planung.

Die Übernachtungszahlen und die Umsätze dürften 2018 preisbereinigt um 1,5 bis 2 Prozent zulegen, erwartet der Hotelverband Deutschland. Allerdings sei die Branche auch sensibel für konjunkturelle Schwankungen und geopolitische Risiken. Auch bleibe die Ertragslage angespannt, da die Kosten schneller steigen als die Umsätze, wie es hieß.

Bis Oktober dieses Jahres verbuchte die Branche jeweils drei Prozent mehr Umsatz und Übernachtungen, daher dürfte es das achte Wachstumsjahr in Folge gewesen sein. „Das Reiseland Deutschland liegt nachhaltig im Trend“, sagte eine Verbandssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Auch als Tagungs- und Kongress-Standort habe Deutschland die Nase vorn.

Angesichts der guten Entwicklung werde die Hotellerie ihre Angebote in den kommenden Jahren ausweiten – auch wenn es an einigen Standorten bereits Überkapazitäten gebe. Damit erhöhe sich auch der Wettbewerbsdruck weiter. „Wir erleben derzeit eine beispiellose Konsolidierungswelle.“ Die Unternehmens- und Markenkonzentration in der Hotellerie nehme weiter zu.

Standortsuche ist schwierig

Gerade in den deutschen Großstädten sei es schwierig geworden, geeignete Standorte zu finden. „Gegen den Wohnungsbau hat man als Hotel derzeit keine Chance, da ja die Nachfrage nach Wohnungen extrem hoch ist“, so Motel-One-Gründer Dieter Müller. Wenn auf einem Grundstück aus planungsrechtlichen Gründen keine Wohnungen möglich sind, konkurrieren Hotels zunächst gegen den Büromarkt und dann gegen andere Hotelanbieter. Angeheizt wird der Wettbewerb noch durch den Ansturm der Investoren, bei denen Hotels derzeit sehr gefragt sind, wie Müller sagt.

Zur Immobilienmesse Expo Real hatte der örtliche Branchenverband Dehoga München beklagt, dass der Hotel-Boom in keinem Verhältnis mehr zur Nachfrageentwicklung stehe – und vor allem für kleinere Anbieter Leerstand und Preisverfall nach sich ziehen dürfte. Müller teilt diese Sorgen, sieht aber auch die großen Marken von den Problemen betroffen. In Deutschland würden einfach zu viele Hotels gebaut, sagt der Unternehmer.

Dafür sprechen auch Zahlen des Branchenverbandes: Trotz Überkapazitäten an einigen Standorten bleibe die Hotellerie investitionsfreudig, sagt eine Sprecherin des Hotelverbands Deutschland. Nach ihren Angaben sind für die nächsten drei Jahre bundesweit derzeit 571 Neu-, Um- und Ausbau-Projekte geplant. „Werden alle angekündigten Hotelbauprojekte auch realisiert, drängen weitere 85.115 zusätzliche Hotelzimmer auf den deutschen Hotelmarkt“, sagt die Sprecherin. (dpa)

Kommentare

Sie müssen sich einloggen oder registrieren, um kommentieren zu können.

Mehr zum Thema
stats