Aufschwung der Region

So profitiert die Karibik von neuen Corona-Regeln

Nachdem die Länder ihre Einreiseregeln gelockert haben, nimmt das Geschäft in der Karibik zügig wieder Fahrt auf.
Curaçao Tourist Board
Nachdem die Länder ihre Einreiseregeln gelockert haben, nimmt das Geschäft in der Karibik zügig wieder Fahrt auf.

Kaum öffnet sich die Region, strömen deutlich mehr Gäste dorthin. Das ist auch der Lohn für gutes Hygiene-Management in der Pandemie.

Tobago ist zurück auf der touristischen Landkarte: Derzeit kommen auch wieder erste deutsche Gäste auf die kleine Karibikinsel. Sie fliegen mit KLM zunächst auf die Schwesterinsel Trinidad. Von dort aus reisen sie mit Caribbean Airlines oder mit der Fähre weiter. Für November hat Condor allerdings eine Direktverbindung angekündigt. Dem Tourismus auf Tobago dürfte das einen kräftigen Schub verleihen.


Infolge der Pandemie war er so gut wie vollständig eingebrochen. Kein Wunder: Fast alle Hotels und die Strände waren aus Vorsicht geschlossen worden. "Inzwischen haben 70 Prozent der Hotels wieder geöffnet – und die Strände auch", sagt die Repräsentantin der Destination in Deutschland, Angelika Wegner. Die rückläufige Entwicklung der Pandemie habe diesen Schritt verantwortbar gemacht.

Was sich derzeit in Tobago im Kleinen beobachten lässt, gilt für die gesamte Karibik im Großen: Ein überzeugendes Management der Pandemie hat bei potenziellen Touristen Vertrauen geschaffen – auch Gäste aus Deutschland kehren gern zurück. Große Veranstalter sprechen durchgehend von einer erfreulichen Buchungslage. Von einem "gewissen Buchungs-Boom" spricht sogar Johannes Reinders, Senior Commercial Manager Caribbean bei FTI. "Die Region hat während der Pandemie durch ihre guten Sicherheitssysteme an Ansehen gewonnen."

Das gilt wohl auch für die Dominikanische Republik, das wichtigste Volumenziel der Region. Sie ergriff besonders früh rigorose Maßnahmen gegen die Pandemie, konnte dann aber auch vergleichsweise früh öffnen – und erlebt derzeit einen regelrechten Touristenansturm. Bei den Buchungen liege das Land 25 Prozent über dem Niveau von 2019, also dem letzten Jahr vor der Pandemie, sagt Petra Cruz, Director Europe im Tourismusministerium der Dominikanischen Republik. Besonders nachgefragt sei derzeit Puerto Plata, das von drei Nonstop-Flügen im Sommer und vier im Winter profitiere.

Auch Mexiko kann punkten

Entsprechend viel Neues haben Veranstalter aus Deutschland bei den Hotels zu berichten: TUI hat insgesamt 160 Häuser in der Dominikanischen Republik im Programm, neu ist auch das TUI Blue Sensatori Cap Cana. Das Fünf-Sterne-Hotel liegt direkt am Sandstrand von Juanillo. Alltours hat erstmals sämtliche Hotels von Iberostar und AM Resorts im Programm.

Doch nicht nur in der Dominikanischen Republik kommt das Geschäft schnell zurück. Viel Positives berichten Veranstalter auch über Mexiko. Das Land punkte – wie die gesamte Karibik – auch mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, heißt es bei Schauinsland-Reisen. Zudem halte dort ebenfalls der Trend zu Last-Minute-Buchungen an. Schauinsland bietet zum Winter erstmals drei Riu Hotels in Mexiko an, das Riu Lupita, das Riu Playacar (beide an der Riviera Maya) und das neue Riu Latino (an der Costa Mujeres).

Von einem strengen Hygiene-Management während Corona dürfte auch Jamaika profitieren. Die Insel hatte zwei Schutzkorridore für Touristen und die eigene Bevölkerung eingerichtet. Inzwischen sind jedoch alle Restriktionen aufgehoben – erforderlich ist bei der Einreise nur noch ein negativer PCR- oder Schnelltest, nicht älter als 72 Stunden für alle Besucher mit einem Alter von mindestens zwölf Jahren.

Trend zur Rundreise

Auf der Insel bestätigt sich zudem ein Trend, der sich auch in anderen Karibikzielen beobachten lässt, etwa der Dominikanischen Republik, Tobago und Curaçao: Die Besucher bleiben nicht mehr nur in einem Hotel, sondern erkunden die Insel, etwa per Mietwagen. "Jamaika ist dafür perfekt geeignet", wirbt Hans van Wamel vom Tourist Board des Landes. Per Auto ließe sich etwa die gesamte Küstenstrecke von Negril bis Port Antonio bestens erkunden.

Etwas zurückhaltender zeigen sich Veranstalter noch bei Kuba. Auch dort setzte die Regierung auf eine rigorose Anti-Corona-Politik, entwickelte unter anderem einen eigenen Impfstoff. "Die Buchungszahlen stagnieren aktuell noch", teilt Schauinsland-Reisen mit.

Das dürfte sich allerdings bald ändern, denn Kuba hat gerade verkündet, bei der Einreise deutlich zu lockern. Bei FTI ist die Destination laut Produktmanager Reinders allerdings schon wieder stark gefragt. Ein Grund: Auch Kuba eigne sich perfekt für Rundreisen – und profitiere somit von dem Trend in der Karibik.

1 Kommentar

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1.
Martin Michael
Erstellt 6. April 2022 08:37 | Permanent-Link

Die Aussage von Frau Cruz, derzeit sei Puerto Plata sehr gefragt – kann ich nur der Abteilung PR zuordnen. Tatsache: Alle Puerto-Plata-Flüge werden im Dreieck (Montego Bay oder Santo Domingo) geflogen, es sind immer noch Hotels geschlossen, Häuser wie Senator hatten 80 Prozent Auslastung vor dem Krieg, dies gestützt durch Russen, Ukrainer und Polen. Russen und Ukrainer sind nun weggefallen, ohne Ersatz.

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