Abgehängt

Zypern spürt Wegfall des russischen Quellmarkts

Die Ausgrabungsstätte Kourion an der Südwestküste Zyperns
Pixabay
Die Ausgrabungsstätte Kourion an der Südwestküste Zyperns

Tatsächlich wirkt sich der sanktionsbedingte Wegfall des russischen Quellmarkts negativ auf Zyperns Tourismus-Branche aus – doch nur begrenzt. Die Touristiker sehen das Hauptproblem in der Inflation.

Haris Loizides, Chef des größten zypriotischen Hotelverbands CHA, zufolge wurden für das aktuelle Jahr 800.000 russische Touristen erwartet. Doch die Sanktionen machten das unmöglich. Im Zeitraum Januar bis Ende Juni 2022 besuchten lediglich 17.000 russische Touristen Zypern. Christos Angelides, Vorsitzender des Hotelverbands CYHMA, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur "France24", dass der russische Quellmarkt "von einem Tag auf den anderen ausgelöscht" worden sei.



Die Schlüsselbranche Tourismus, hatte im Vor-Corona-Jahr 2019 knapp 2,7 Mrd. Euro einen Anteil am BIP 15 Prozent. Damals waren 782.000 von insgesamt 3,9 Mio. ausländischen Touristen Russen, was einen Anteil von einem Fünftel bedeutete.

Trotz dieses Verlustes lässt der aktuelle Touristenzustrom auf Zypern die Touristiker etwas optimistischer stimmen. Denn die Einnahmen aus dem Tourismus haben in den ersten fünf Monaten des aktuellen Jahres 83 Prozent des Vor-Corona-Niveaus erreicht, berichtet die Zeitung "In Cyprus". Diese belaufen sich auf über eine halbe Milliarde Euro.



Dem Statistikamt Zyperns zufolge besuchten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 849.058 Touristen die Sonneninsel, während im selben Zeitraum 2019 insgesamt 1.121.361 ausländische Touristen Zypern besucht hatten. Das sind 24,3 Prozent weniger Ankünfte als vor Corona.

Der Hotelier Angelides sagt: "Wir haben den Schaden etwas begrenzt, aber es ist unmöglich, diese riesige Anzahl von Kunden zu ersetzen."

Loizides geht davon aus, dass die zypriotische Tourismus-Branche sich angesichts der steigenden Energiepreise auf weitere Schwierigkeiten einstellen müsse. Die Klimaanlagen in den Hotels würden aufgrund der hohen Temperaturen auf Hochtouren laufen, was zu "astronomischen Rechnungen" führe.

Er stellt eine klare Forderung: "Die EU muss hier Abhilfe schaffen und Unternehmen helfen, insbesondere in einer Zeit, in der die Inflation tobt."

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