TDA-Analyse November

Nachfrage nach Winterurlaub steigt sprunghaft

Der Nachholbedarf bei Reisen nach der Corona-Pandemie ist immer noch nicht abgeflaut. Das zeigt sich an den Buchungen für Winterurlaube. Doch fast die Hälfte der Umsätze im November 2022 entfällt auf die kommende Sommersaison.
TDA

Mit der Auswertung der November-Umsätze zieht Travel Data & Analytics (TDA) eine Bilanz für den ersten Monat des neuen Touristikjahres.

Die Umsatzeingänge für Winterurlaube lagen im November 27 Prozent über dem Vormonat und auch deutlich über den Novembereingängen im Vor-Corona-Jahr 2019. Damit verbessert sich die Bilanz der Wintersaison zum Vormonat um acht Prozentpunkte auf ein Minus von 19 Prozent zum aktuellen Buchungsstand.


Die Buchungseingänge für Winterurlaube liegen 24 Prozent über dem Umsatzniveau im November 2018 und elf Prozent über dem November 2019. Daraus geht hervor, dass der Rückgang der Buchungszurückhaltung bereits in der Wintersaison zu erkennen ist. Gut ein Drittel des Monatsumsatzes entfällt dabei – ohne saisonalen Filter – auf Fernreisen und Kreuzfahrten und ebenso viel auf die Urlaubsziele im östlichen Mittelmeerraum.

Kumuliert zeigt sich die Türkei mit einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Winter 2018/19 besonders wachstumsstark. Doch auch Ägypten erreicht bereits annähernd sein Vor-Corona-Niveau (minus ein Prozent). Als umsatzstärkste und beliebteste Destination der Deutschen in der Wintersaison stechen hingegen eindeutig die Kanaren hervor.

Nun rückt der Sommerurlaub in den Fokus der Deutschen. Mit 48 Prozent entfällt fast die Hälfte des Buchungsumsatzes im November 2022 bereits auf Sommerurlaube 2023. Sowohl umsatzanteilig und mehr noch in Bezug auf das Umsatzvolumen bleiben die Sommerurlaubsbuchungen jedoch deutlich unter dem Niveau von 2019: Die Umsatzeingänge liegen im November 23 Prozent darunter, kumuliert liegt die Sommersaison 2023 zum aktuellen Buchungsstand in Umsatz 35 Prozent zurück.

Dass solch ein Rückstand grundsätzlich aufholbar ist, hat die vergangene Sommersaison 2022 unter Beweis gestellt – und im Vergleich zum Vorjahr weist die kommende Sommersaison 2023 kumuliert ein Umsatzplus von 27 Prozent auf.


Im Hinblick auf die weitere Entwicklung spielt die Inflation eine wichtige Rolle. In der Sommersaison 2022 wurde ein großer Nachholbedarf bei den Reisen registriert, weil die Reisebranche über zwei Pandemiejahre hinweg brach lag. Aus übereinstimmenden nationalen und internationalen Studien geht hervor, dass die Urlaubsbudgets der Deutschen regelrecht angeschwollen waren.

Allerdings könnte sich die weitere inflationäre Entwicklung auf das Buchungsverhalten der Deutschen auswirken. Ob dem so sein wird, hängt stark davon ab, welchen Wert die Deutschen ihrer Urlaubszeit beimessen.

Als Profiteur könnte sich in einem wirtschaftlich volatilen Umfeld die Türkei mit ihrem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis erweisen – wie schon in der aktuellen Wintersaison. Zum aktuellen Buchungsstand ist jedenfalls kein anderes Urlaubsland für den Sommerurlaub 2023 stärker nachgefragt.

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