Dossier Veranstalter

Hapag-Lloyd Cruises geht auf Expeditionskurs

Hapag-Lloyd Cruises hat 2019 beim Umsatz um 2,5 Prozent auf 318,2 Mio. Euro verloren. Damit ist sie die einzige Reederei im fvw Veranstalter-Dossier mit einem Minus. Derweil steht die bisherige TUI-Tochter vor einer Strukturänderung: dem Verkauf an Royal Caribbean Cruises.
Hapag-Lloyd Cruises musste im vergangenen Jahr bei den Teilnehmern einen Einbruch um 10,5 Prozent auf 25.100 und einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent hinnehmen. Das wird von der Hamburger TUI-Tochter mit der neuen Aufstellung der Expeditionsflotte erklärt: Zwischen Ende September 2018 und Mai 2019 fuhr in diesem Segment nur die Bremen, bis der Neubau Hanseatic Nature die Flotte ergänzte. Man freue sich aber über „eine sehr positive Raten- und Geschäftsentwicklung“, heißt es bei Hapag-Lloyd.

Leichter Rückgang durch Flottenanpassung

Hapag-Lloyd Cruises ist bisher noch die Luxus-Kreuzfahrtmarke der TUI AG. In diesem Jahr wird sich allerdings Einschneidendes ändern: Royal Caribbean Cruises beteiligt sich für 1,2 Mrd. Euro an Hapag und bringt das Unternehmen in das bereits bestehende Jointe Venture TUI Cruises ein. Im Sommer 2020 soll diese Transaktion abgeschlossen sein. Ein Ziel, so der zweitgrößte Kreuzfahrtkonzern der Welt, sei die Flottenerweiterung. Hapag-Lloyd Cruises soll als Marken eigenständig erhalten bleiben.


Die Reederei verfügt aktuell über die beiden Luxus-Kreuzfahrtschiffe Europa und Europa 2 sowie die Expeditionsschiffe Bremen und die Neubauten Hanseatic Nature und Inspiration, die erstmals für internationale Gäste mit Bordsprache englisch und deutsch gefahren wird. Im Mai 2021 soll die Hanseatic Spirit als Adults Only-Schiff dazukommen. Dann verlässt die Bremen die Flotte und geht an die Schweizer Flussschiffreederei Scylla. Sie wird das Traditionsschiff unter dem Namen Sea Adventure betreiben.

Hapag-Lloyd-Cruises-Flotte im Überblick
Hapag Lloyd Cruises betreibt derzeit fünf Luxusschiffe mit exklusiver Passagier-Kapazität: Europa (400 Passagiere), Europa 2 (500), Bremen (155 Passagiere, bis 2021) und Hanseatic Nature (230) sowie die baugleiche Hanseatic Inspiration. 2021 kommt die Hanseatic Spirit dazu.

Hapag-Lloyd Cruises setzt stark auf Nachhaltigkeit und hat sich entschieden, ab Juli 2020 auf den Antriebsstoff Schweröl zu verzichten und ihn komplett durch Marinegasöl zu ersetzen. Im Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit insgesamt 8.500 Reisebüros zusammen, die im Durchschnitt jeweils etwa 37.440 Euro Umsatz machen. Allerdings verkauft die Reederei den höchsten Umsatzanteil über wenige spezialisierte Vertriebspartner. Der Eigenvertriebsanteil beträgt 22 Prozent.

Das sagt Hapag-Loyd über die Trends 2020

 "Die positive Entwicklung im Segment der Luxus- und Expeditionskreuzfahrten verdeutlicht die wachsende Nachfrage nach Individualisierung und kleinen Schiffen, die abseits der touristisch geprägten Routen agieren können. Für die Branche ist es weiterhin ein gemeinsames Anliegen, die Kreuzfahrt mit modernster Umwelttechnik und schadstoffarmen Antrieben zunehmend emissionsarm zu machen.

Das gesunde Wachstum auf dem Wasser bedarf aber auch einer guten Infrastruktur und Logistik an Land, sowohl für den umweltfreundlichen Betrieb der Schiffe wie auch für einen destinationsgerechten Tourismus."

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