Changing Traveller Report 2022

Wie die Generation Z Urlaub macht

Die 18- bis 25-Jährigen unterscheiden sich durch ihr digitales Verhalten in Bezug auf Planung und Buchung der Ferien. Was die Jüngeren wollen.
Für viele junge Menschen fängt die Reise auf den Sozialen Medien an.
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Für viele junge Menschen fängt die Reise auf den Sozialen Medien an.
Die sogenannte Generation Z reist anders als die ältere Generation. Entsprechend dürfte sie das Reisen in den kommenden Jahren prägen.

Wie das aussieht, hat die offene Hotel-Commerce-Plattform Siteminder – das globale Unternehmen mit Hauptsitz in Australien und Niederlassungen in Bangkok, Berlin, Dallas, Galway, London und Manila – in ihrem "Changing Traveller Report 2022" untersucht, in dem Antworten von 8000 Reisenden analysiert worden sind.

Die Reise beginnt für die Generation Z auf den Sozialen Medien. Mehr als 60 Prozent der 18- bis 25-Jährigen gaben an, bei der Urlaubsplanung von den Sozialen Medien beeinflusst worden zu sein. Nach Einschätzung der Studie besteht eine 74 Prozent größere Chance, gegenüber anderen Zielgruppen, dass die Urlaubsrecherche auf den sozialen Plattformen startet.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass die Generation Z deutlich stärker durch die Meinung anderer beeinflusst wird. Immerhin 59 Prozent gaben an, dass gute Gastbewertungen auf einer Website für sie wichtig sind – der globale Durchschnitt liegt bei 50 Prozent.

"Eine starke Online-Präsenz ist ein Schlüssel, um die Aufmerksamkeit der Generation Z zu gewinnen", konstatiert Clemens Fisch, Regional Director D/A/CH & EMEA bei Siteminder. 80 Prozent zeigten sich offen für gezielte Online-Werbung. Nach Ansicht von Fisch bedeutet das für Hoteliers, dass Online-Verkaufsmöglichkeiten über mehrere Kanäle und die Metasuche als Verkaufskanal genutzt werden sollten, um jüngere Reisende zu erreichen.

Zudem zeigt die Untersuchung, dass 67 Prozent hohe Erwartungen an die von Unterkünften verwendete Technik haben. Die Website sollte nicht langsam sein, es müssen sichere digitale Wege zur Bezahlung angeboten werden.

Auch das direkte Buchungserlebnis ist nach Ansicht von Fisch entscheidend. "Eine zuverlässige und optimierte Website, die nahtlos in eine Online-Buchungsmaschine integriert ist, sollte auch den einfachen Kauf von Zusatzleistungen, einen schnellen Buchungsprozess und eine sichere Zahlungsfunktion ermöglichen", rät der Manager. Ausschlaggebend seien zudem ein angepasstes Layout für Smartphones und die Möglichkeit, einen Chatbot nutzen zu können. Vor Ort bevorzugen 65 Prozent der jungen Reisenden einen schnelleren automatischen Check-in. Bei den älteren Generationen sind es nur 55 Prozent.

Und wie wollen die Jüngeren auf Reisen am liebsten nächtigen? Verglichen mit dem Durchschnitt anderer Altersgruppen, zieht die Generation Z kleinere Unterkünfte den Luxushotels und großen Resorts vor.

Der Trend zum Arbeiten auf der Urlaubsreise ist bei der untersuchten Zielgruppe ausgeprägter. Etwa 49 Prozent wollen Arbeit und Urlaub verbinden, unter den Älteren planen nur 37 Prozent diese Kombination.

Nach Ansicht von Siteminder-Manager Fisch lohnt es sich für Anbieter von Unterkünften und Hoteliers in eine starke Online-Präsenz zu investieren. Die Zukunft des Reisens starte für immer mehr Menschen im Digitalen. Die Grundpfeiler seien Inspiration, Buchung, Bezahlung und Check-in.

Nach der Reise schätzen 63 Prozent der Generation Z – verglichen zum Durchschnitt von 54 Prozent – wenn sie personalisierte Angebote des Anbieters bekommen. Dennoch bleibt der persönliche Kontakt in der Unterkunft wichtig. Das Bedürfnis, im Urlaub umsorgt zu werden, ist nach Ansicht von Siteminder gestiegen und eng mit der Erwartung verbunden, eine erfüllte Zeit zu verbringen.

Das zeigt die Analyse der Siteminder-Daten des Check-in-Prozesses: Obwohl 65 Prozent der Generation-Z-Reisenden angaben, dass sie bei ihrer nächsten Reise einen schnelleren, automatisierten Check-in bevorzugten, schätzen mehr als 90 Prozent die Anwesenheit von Personal vor Ort.

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