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Die flexible Wahl: Fähren auf der Ostsee

Sie sind wie die unprätentiösen Schwestern der großen Kreuzfahrtschiffe, aber sie erfüllen den gleichen Zweck: den flug- und autofreien Transport von Stadt zu Stadt, die Entdeckung der Langsamkeit einer Schiffsreise. Zwar sind die Fähren weniger komfortabel, dafür vermitteln sie ein authentisches Reisegefühl – und sie ermöglichen eine individuellere Planung der Aufenthalte. Zudem kommen auch Häfen in Frage, die für die ganz großen Pötte gar nicht ausgelegt sind. Für so viel Flexibilität nehmen viele das Kofferpacken gern in Kauf.

Kombinationsmöglichkeiten gibt es wie Sand am Ostseestrand – zum Beispiel Helsinki, Stockholm und Tallinn in sieben Tagen oder den finnischen Schwerpunkt mit Helsinki, Turku und Stockholm, dabei ist eine Schärenkreuzfahrt inbegriffen (etwa über Top Nord).

Ganz ohne zeitliche Bindung funktionieren Städtetrips mit reinen Fährenbuchungen. Die Auswahl ist riesig: aktuell gibt es über 1500 Fährverbindungen zwischen mehr als 1000 Häfen.

Einer der Klassiker ist die Strecke Kiel–Oslo. Color Line bedient sie einmal am Tag, zwölf Monate im Jahr. Mit der gleichen Frequenz schippert DFDS Seaways von Oslo nach Kopenhagen oder Frederikshavn. Von dem nordjütländischen Hafen legt eine Stena-Fähre Richtung Göteborg ab, vom Fährenkai der dänischen Hauptstadt startete bis vor kurzem Polferries ins frühere Swinemünde. Zurzeit ruht der Betrieb, allerdings gibt es eine Busverbindung nach Ystad, wo die polnische Reederei täglich Richtung Heimat stampft. Swinoujscie, wie es heute heißt, ist ein wahres Ostsee-Drehkreuz – allerdings gehen die meisten Verbindungen Richtung Westen.

Für den östlichen Teil des Binnenmeeres ist Stockholm die beste Ausgangsbasis. Viking Line und Silja Line pendeln ganzjährig von dort nach Helsinki, nach Langnäs und Mariehamn auf Aland und nach Turku. Die Reederei Tallink bedient die Strecken Riga und Tallinn. Von der estnischen Hauptstadt fahren gleich vier Gesellschaften nach Helsinki: Eckerö Line, Linda Line, Viking Line und Tallink. Ab Finnland ist es dann fast ein Katzensprung nach St. Petersburg: 14 Stunden brauchen die Schiffe der St. Peter Line. Aber Vorsicht, sie legen nur einmal pro Woche ab. Neue Routen bringt der April: Dann verknüpft die finnische Reederei St. Petersburg auch mit Stockholm.

Den Geschmack einer Expeditionskreuzfahrt hat die Frachtschiffreise. Auch hier ist das Schiff das Hotel bei den fahrplanmäßigen Stopps. Von Lübeck über Rügen und Kaliningrad nach St. Petersburg und wieder zurück dauert die Passage 7 Tage, die Kosten liegen bei rund 50 Euro am Tag (weitere Angebote zum Beispiel über Frachtschiffreisen International Pfeiffer).

Reisebeispiele Nordsee

  1. Norwegische Fjorde“ mit der Vision of the Seas, fünf Nächte ab/bis Kopenhagen über Bergen und Geiranger, 3. bis 8.5.2011, ab 719 Euro inklusive Flug (Royal Caribbean International).
  2. „Kurzreise 10“ mit der Aida Cara, vier Nächte ab/bis Kiel über Oslo und Kopenhagen, 10. bis 14.5.2011, ab 495 Euro plus An-/Abreise (Aida Cruises).
  3. „Kopenhagen, Göteborg & Oslo“ mit der Mein Schiff 2, fünf Nächte ab Kiel über Kopenhagen, Göteborg und Oslo bis Hamburg, 5. bis 10.9.2011, ab 849 Euro plus An-/Abreise (TUI Cruises).

Welche Kreuzfahrtarten gibt es?

Turnuskreuzfahrten: Dabei handelt es sich meist um einwöchige Reisen, die immer dieselbe Route bedienen und den gleichen Abfahrts- und Ankunftshafen haben. Ideal für Kunden, denen nur wenige Urlaubstage zur Verfügung stehen.

Schmetterlingskreuzfahrten: Hier werden von einem Hafen aus immer zwei Turnusrouten im Wechsel bedient. Der Gast kann zwischen einer ein- oder zweiwöchigen Kreuzfahrt wählen, kehrt dabei aber zur Mitte der Reise an den Ausgangshafen zurück.

Kreuzfahrten mit wechselnder Route: Insbesondere klassische Kreuzfahrtschiffe bieten ihren Passagieren Routen mit immer neuen Häfen an. Die Reisen sind in Etappen unterteilt, Gäste können regelmäßig ein- und aussteigen. Beispiel: Ab Bremerhaven rund um Westeuropa nach Nizza, von dort aus um Italien herum nach Venedig, weiter durchs östliche Mittelmeer ins Schwarze Meer.

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