Zahlung im Internet

Direkt-Überweisung unzumutbar

Geht es im Internet ans Bezahlen, muss Verbrauchern gesetzlich immer mindestens eine zumutbare Gratis-Zahlungsart angeboten werden. Dienstleister für direkte Überweisungen gehören laut einem Urteil nicht dazu.

Darauf weist der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hin. Er beruft sich auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen KZR 39/16), der damit ein Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main bestätigt hat (Aktenzeichen 2-26 O 458/14). Zwar sei das Geschäftsmodell solcher Dienste, denen man für eine direkte Überweisung einen kurzzeitigen Zugriff auf sein Bankkonto gewähren muss, grundsätzlich zulässig.

Die Richter halten solche Dienste aber als einzige kostenlose Zahlungsart für unzumutbar, „da der Verbraucher nicht nur mit einem Dritten in vertragliche Beziehungen treten muss, sondern diesem Dritten auch noch Kontozugangsdaten mitteilen muss und in den Abruf von Kontodaten einwilligen muss“.

In dem behandelten Fall hatte die Reiseplattform von DB Vertrieb zur Bezahlung eines gut 120 Euro teuren Inlandsfluges die Zahlung mit Kreditkarte nur gegen ein zusätzliche Entgelt in Höhe von knapp 13 Euro sowie die Zahlung per Direktüberweisungsdienstleister als einzige entgeltfreie Alternative angeboten. Dagegen hatte der VZBV geklagt. Das BGH-Urteil wurde am 18. Juli 2017 gesprochen. Am 24. Juni 2015 hatte das Landgericht geurteilt. (dpa)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats