Wegen Corona

Italien will die Sommersaison verlängern

In Triest, Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien, fand vergangenes Jahr ein fvw-Workshop statt.
Janina Schuster
In Triest, Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien, fand vergangenes Jahr ein fvw-Workshop statt.

Das Land ist finanziell auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen. Um die coronabedingten Verluste zu reduzieren, soll die Sommersaison in diesem Jahr länger andauern als sonst.

Das sagte Maria-Elena Rossi vom italienischen Fremdenverkehrsamt Enit in einer Webkonferenz mit Reiseveranstaltern und Reisebüros. Genaue Zeitangaben machte sie dazu aber noch nicht.

Zugleich solle die Strategie, Italien als Gesamtjahresziel zu vermarkten, ausgebaut werden. Derzeit wirbt das Land verstärkt um Endkunden mit Kampagnen wie "Sommer in Italien" oder "Reisen nach Italien".

Die Tourismusbranche trägt zu 13 Prozent zum italienischen Bruttosozialprodukt bei – etwa zwei Prozentpunkte mehr als in Deutschland (10,7 Prozent). Dabei bilden die Deutschen die mit Abstand stärkste Urlaubergruppe in dem Land – gemeinsam mit Österreichern und Schweizern decken sie 40 Prozent des gesamten internationalen Tourismus ab. Fast 13 Mio. Deutsche besuchen jedes Jahr Italien und sorgen dort für fast 60 Mio. Übernachtungen.

Corona sehen die italienischen Tourismusvertreter als Chance vor allem für das "sanfte Urlauben", das ländliche Gebiete und kleine Dörfer im Hinterland mit einbeziehe. In dem Webinar stellten sich 13 Regionen vor, von den Abruzzen über Friaul-Julisch Venetien bis Sizilien.

Hingewiesen wurde darauf, dass der Wert der Corona-Neuinfektionen in Italien derzeit bei 1,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern liege und damit mit dem deutschen Wert vergleichbar sei. In vielen Regionen sei er sogar unter 1 gesunken. Zudem sei genau wie in Deutschland seit einiger Zeit eine Tracing App freigeschaltet, unter dem Namen "Immuno".

Reisebeschränkungen wurden inzwischen aufgehoben; lediglich Sardinien verlangt noch eine digitale Bestätigung über den Gesundheitszustand der einreisenden Personen, und in Apulien ist die Nutzung der Tracing App verpflichtend. An den Flughäfen und Grenzübergängen wird automatisch per Scanner das Fieber gemessen.

Hotels in der Provinz Südtirol bieten Gästen sogar einen kostenlosen Corona-Test an. Fällt dieser negativ aus, dürfen sich die Gäste zusätzlich in bestimmten Bereichen aufhalten, in denen sie sich etwa selbstständig an einem Frühstücksbuffet bedienen können.





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