Urteil gegen Opodo

Reiseportal muss Gratis-Zahlungsarten bieten

Ein Reiseportal darf für die Zahlung per Sofortüberweisung, Giropay und Kreditkarte keine Gebühren kassieren. Das hat das Landgericht Berlin in einem Urteil gegen Opodo entschieden.

Das Verbot von Entgelten für gängige Zahlungsarten darf nicht mit angeblichen Rabatten für bestimmte Karten umgangen werden, so das Landgericht Berlin in einem Urteil  (Aktenzeichen 52 O 2423/18). Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) gegen das Portal Opodo, eine Tochter von Edreams Odigeo.

Nach der EU-Zahlungsdienste-Richtlinie sind seit Anfang 2018 Gebühren für die Bezahlung mit Sepa-Überweisungen, Sepa-Lastschriften sowie Kredit- und Girokarten verboten.

In dem verhandelten Fall wollte das Portal diese Vorgabe umgehen, indem es einen vermeintlichen Rabatt auf die Zahlung mit einer seltenen Kreditkarte anbot – diese Karte war als Zahlungsmittel voreingestellt. Für einen Flug von Berlin nach Olbia und zurück hatte Opodo 239,98 Euro als günstigsten Preis angezeigt.

Erst nach Eingabe der persönlichen Daten stellte sich am Ende der Buchung heraus: Der Preis enthielt einen Rabatt von mehr als 40 Euro für die Zahlung mit den in Deutschland seltenen Karten "Viabuy Prepaid Mastercard" und "Visa Entropay". Wenn der Kunde dagegen mit Visa, Mastercard, Giropay oder Sofortüberweisung zahlen wollte, kletterte der Preis auf 282,78 Euro.

Das Gericht folgte der Argumentation des Unternehmens nicht. Ein Kunde rechne nicht damit, dass der anfangs gezeigte Flugpreis nur mit einer wenig verbreiteten Zahlkarte gelte.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Wolfram Schneppe
    Erstellt 25. April 2019 16:49 | Permanent-Link

    Schleierhaft und arrogant, wie Opodo es da auf einen Rechtsstreit anlegen kann. Das Urteil pfeifen doch die Spatzen vom Dach...

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