Urteil

Reisebüro muss für Reisemängel zahlen

Weil ein Reisebüro den Anschein erweckte, selbst Veranstalter einer Pauschalreise zu sein, musste es einen Reisemangel aus eigener Tasche begleichen. Nicht einmal ein Sicherungsschein wurde ausgegeben.

Wenn während einer Pauschalreise Mängel auftreten, richten sich Urlauber üblicherweise an den Veranstalter. Doch es gibt auch Fälle, in denen das Reisebüro verantwortlich ist – und zwar dann, wenn es den Eindruck erweckt, die Reiseleistungen in eigener Verantwortung zu erbringen. Das zeigt ein Urteil des Landgerichts Frankfurt (Aktenzeichen 2-24 S 99/15).

In dem verhandelten Fall kam die Rolle des Veranstalters in den Reiseunterlagen des Klägers nur am Rande zum Tragen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „Reise Recht aktuell“. Vielmehr trat das Reisebüro als Veranstalter auf. Der Kunde musste sich auf der Plattform des Reisebüros anmelden und dort eine Gesamtzahlung für die Reise leisten. Außerdem händigte das Reisebüro dem Kläger nicht den obligatorischen Sicherungsschein aus – was es als reiner Vermittler der Reise hätte tun müssen.

Aus diesen Gründen musste der Kunde davon ausgehen, dass das Reisebüro die Reise veranstaltete, entschied das Gericht. Damit war es auch verantwortlich für Mängel – und musste dem Kunden einen Teil des Reisepreises erstatten. (dpa)

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