Travel Technology Europe

Tradierte Technik bremst Reiseprofis aus

Mangelndes Digitalwissen hemmt laut einer TTE-Umfrage den Fortschritt in der Branche.
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Mangelndes Digitalwissen hemmt laut einer TTE-Umfrage den Fortschritt in der Branche.

Altsysteme sind das größte Hindernis für den digitalen Wandel in der Reisebranche, so das Ergebnis einer Umfrage der Messe Travel Technology Europe, die am 26. und 27. Februar in London stattfindet.

Nahezu die Hälfte der befragten Reiseprofis (48 Prozent) sehen etablierte und in Unternehmen historische gewachsene IT-Lösungen, sogenannte Legacy Systems, als das größte Hemmnis bei der digitalen Erneuerung. Auf den weiteren Plätzen folgen eigene Wissenslücken (45 Prozent), fehlendes Budget (39 Prozent) und ein Mangel an Digitalexperten sowie Fähigkeiten (30 Prozent).

Das sind Ergebnisse einer Umfrage, für die im Auftrag der Travel Technology Europe (TTE) mehr als 100 Branchenvertreter aus Reisebüros, von Veranstaltern, Hotels sowie Travel-Technologie-Firmen befragt wurden. Ein weitere große Hürde ist eine fehlende Entschlossenheit des eigenen Managements. Mehr als ein Viertel der Befragten (26 Prozent) heben dies als ein Problem hervor.
„Für nahezu jeden zweiten Reiseprofi sind Altsysteme die größte Hürde für den digitale Wandel der Branche.“
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"Die Reisebranche ist immer noch von veralteten Systemen geprägt, und die Umfrageergebnisse bestätigen, welche Auswirkungen dies auf den Fortschritt hat", sagt Charlotte Lamp Davies, Gründerin der Consulting-Firma A Bright Approach und Beraterin der TTE. Selbst in etablierten Reisefirmen würde oft zusammengestückelte Software auf veralteten Plattformen laufen. "Neue Akteure werden jene verdrängen, die nicht in neue Technik investieren", warnt Lamp.

"Die meisten Reisemarken nutzen im Kern eine veraltete Technik", mahnt auch Paul Stephen, Chef der Digitalagentur Sagittarius und Gastredner der TTE. Brian Sheerin, Vormann von Sabs, das sein neues Midoffice-Reisebüro-System Quantum auf der TTE vorstellen wird, ergänzt: "Die Abkehr von Altsystemen erfordert erhebliche Investitionen und die Entwicklung von Talenten". Andererseits bestehe bei Altsystemen die Gefahr, dass sie schnell unbrauchbar werden können und ihr Betrieb viel Zeit und Ressourcen koste.
„45 Prozent sagen, dass Wissenslücken sie daran hindern, mit der Digitalisierung voranzukommen.“
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Auch eine mangelnde Integration zwischen den Technikanbietern bremst den Befragten zufolge etablierte Reisefirmen dabei aus, mit dem Veränderungstempo der Branche mitzuhalten. Wie sich die Barrieren der Alttechnik überwinden lassen, thematisiert Simon Wood, der Technik-Vize des Parkplatzvermittlers Holiday Extras auf der TTE: "Killing off legacy tech the right way" heißt sein Vortrag am ersten Konferenztag.

Die Travel Technology Europe findet vom 26. bis 27. Februar 2020 im Messezentrum Olympia in London statt. Besucher können sich anmelden unter www.traveltechnologyeurope.com. Das vollständige Programm, einschließlich der Redner und Themen der Konferenz, gibt es hier zum Nachlesen. Die fvw ist Medienpartner der TTE.
„39 Prozent nennen ein fehlendes Budget als Grund für ausbleibende Investitionen in neue Technik.“
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