Touristiker-Aktionsbündnis

Reiseprofis starten Maskenaktion für Politiker

So wirbt das Aktionsbündnis für seine Maskenaktion auf der eigenen Website.
Screenshot FVW Medien/GK
So wirbt das Aktionsbündnis für seine Maskenaktion auf der eigenen Website.

Das Aktionsbündnis "Rettet die Reisebranche" lässt nicht locker: Mit einer Maskenaktion für Politiker will es die Akzeptanz von Urlaub in der Gesellschaft fördern. Eine Spendensammlung läuft.

Keine Frage, Urlaub ist derzeit schlecht beleumundet. Seit Monaten warnen Politiker immer wieder pauschal davor, zu verreisen. Wer jetzt in den Urlaub fährt, der behindert den Kampf gegen die Corona-Pandemie, so ein weit verbreiteter Eindruck. Differenziert wird dabei wenig. Dass Unternehmen und Destinationen ausgefeilte Hygienekonzepte entwickelt haben, dringt in der öffentlichen Debatte etwa oft genug kaum durch.

Das soll sich ändern, sagt das Aktionsbündnis "Rettet die Reisebranche" – und hat dafür eine Initiative gestartet. Dabei will das Touristiker-Bündnis nutzen, dass Reiseprofis deutschlandweit immer wieder mit Politikern zusammentreffen, um mit ihnen über die Lage der Branche zu sprechen.

Der Plan: Das Aktionsbündnis will Masken mit dem Logo der Protestbewegung vom Frühjahr bedrucken lassen – das Bild wurde ursprünglich vom Veranstalter Diamir entworfen, zeigt Zahnräder und den Spruch "Tourismus hält die Welt zusammen". Ergänzt wurde das Logo um die Sätze "Mit Abstand die beste Beratung" und "Buch im Reisebüro!"

Social Media soll helfen

Besuchen Politiker nun Reisebüros, könnten die Gastgeber ihnen vorschlagen, sich mit den Masken ablichten zu lassen. Die Fotos könnten dann – nach Absprache mit den Politikern, versteht sich – per Social Media oder auf den eigenen Websites geteilt werden. So will das Aktionsbündnis dazu beitragen, das Image der Reisebranche wieder zu verbessern.

Die Aktion bewirbt das Touristiker-Bündnis auch auf der eigenen Website, die mittlerweile gelauncht wurde: www.rettetdiereisebranche.de. Dort läuft auch die Spendenaktion, mit der die Masken finanziert werden sollen.

Erwartet ein Reisebüro den Besuch eines Politikers, könne es sich im Vorfeld beim Aktionsbündnis melden, erläutert Juliette Thronberens, die die Initiative unterstützt. Die Touristiker würden die Masken dann per Post zugeschickt bekommen. Dabei gelte das Angebot für alle Reisebüros – nicht nur für diejenigen, die das Aktionsbündnis aktiv unterstützen.

Der schwierigen Finanzlage vieler Büros ist sich das Aktionsbündnis selbstverständlich bewusst. "Wir alle 'arbeiten' hier seit April unentgeltlich und bei allen sitzt der Euro gerade nicht locker", heißt es auf der Website. Allerdings: In der Vergangenheit hätten einige Touristiker immer wieder finanzielle Unterstützung angeboten. Diese Chance will das Aktionsbündnis nutzen. Immerhin: Zuletzt hatten die Initiatoren 177 Euro an Spenden für die Maskenaktion eingesammelt.

Das Aktionsbündnis "Rettet die Reisebüros" ist aus den bundesweiten Touristiker-Protesten hervorgegangen. Dabei hat die Initiative selbst bereits Treffen mit Politikern organisiert – im September etwa mit Bundesaußenminister Heiko Maas in seinem Wahlkreis im Saarland.
2 Kommentare Kommentieren

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2.
Michael Schroeder
Erstellt 2. Dezember 2020 09:38 | Permanent-Link
bearbeitet

Jeder Zwang und ist es auch noch so sinnfrei braucht einen Devoten, der ihn ausführt.

1.
Waldi Werle
Erstellt 1. Dezember 2020 15:24 | Permanent-Link

Wäre es nicht sinnvoller die Kosten für Masken für eine Kampagne gegen die TUI bzw. für eine Demo vor der TUI Zentrale zu nutzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Politiker mit dieser Maske auftritt, denn dann müsste er zig-unterschiedliche Masken tragen:
- Rettet die Gastronomie
- Rettet die Kultur
- Rettet die Hotellerie
- Rettet die Discos
- Rettet die Kinos
- Rettet die Geschäfte in der Innenstadt
usw.
Ich könnte sogar verstehen, wenn diese Masken zu Unmut in anderen Branchen führten.

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