Staatshilfe nötig

Galeria Karstadt Kaufhof verliert 80 Mio. Euro Umsatz

Hat Staatshilfe nötig: die Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof.
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Hat Staatshilfe nötig: die Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof.

Galeria Karstadt Kaufhof kämpft um Staatshilfe – bisher jedoch noch ohne Erfolg.

Um das nicht zuletzt wegen des Shutdown angeschlagenen Warenhausunternehmen zu retten, ist Eigentümerin Signa offenbar auch selbst bereit, "signifikante finanzielle Unterstützung" zu leisten. Das geht aus einem internen Papier des Konzerns vor, das der Zeitschrift "TextilWirtschaft" vorliegt.

Darin heißt es auch: "Jede Woche verlieren wir mehr als 80 Mio. Euro Umsatz, während wesentliche Kosten weiterlaufen." Das Unternehmen mit rund 28.000 Mitarbeitern hat inzwischen externe Experten an Bord geholt, die sich mit besonders schwierigen Rettungsaktionen auskennen.

Dem eine Seite langen Schreiben zufolge führt das Unternehmen "derzeit unter unter anderem Gespräche mit den Banken, um die umfangreichen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme staatlicher Hilfsgelder zu schaffen". Dieser Prozess allerdings sei "derzeit noch sehr bürokratisch und aufwändig. Er kostet wertvolle Zeit."

Das könnte bedeuten, dass auch Galeria Probleme mit der Vorschrift hat, dass die abwickelnden Banken zehn Prozent der Unterstützungssumme, um die es geht, auf ihr eigenes Risiko nehmen müssen. Wie die "TextilWirtschaft" in den vergangenen Tagen bereits von anderen Handelsunternehmen hörte, scheinen die meisten Kreditinstitute dazu derzeit jedoch nicht bereit zu sein. Daran könnten staatliche Unterstützungen scheitern.

Es geht dem Papier zufolge jetzt nicht nur um die 28.000 Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof, sondern auch um Zehntausende Arbeitsplätze etwa bei Lieferanten sowie um die Innenstädte in Deutschland. Der Gesellschafter – also Signa – habe "selbstverständlich bereits, wie schon in der Vergangenheit, signifikante finanzielle Unterstützung zugesagt und auch schon bereitgestellt". Dieser Punkt könnte es der Bundesregierung leichter machen, einer Rettung zuzustimmen.

Ohne Namen zu nennen, werden auch "erfahrene Restrukturierungsexperten" erwähnt, die an Bord geholt worden seien, "um in dieser noch nie dagewesenen Situation die richtigen Maßnahmen zu treffen". Corona sei eine "sehr, sehr große Herausforderung" für Galeria.

In dem Galeria-Papier wird der Eindruck erweckt, die Sanierung des Warenhauskonzerns sei vor Covid-19 auf gutem Wege gewesen. Die eingeleiteten Maßnahmen zeigten Wirkung, das Unternehmen sei "de facto schuldenfrei" gewesen. Für das laufende Geschäftsjahr habe man "mit einem Ebitda von mehr als 100 Mio. Euro" gerechnet. Immerhin: Der Online-Shop Galeria.de sei "in diesen Tagen sehr gut besucht".

Zahlreiche der staatlichen Hilfsprogramme setzen voraus, dass das beantragende Unternehmen erst durch Corona in eine Finanzierungskrise geraten ist und vorher gesund war.

Für die Mitarbeiter bedeute die Corona-Krise "schmerzhafte finanzielle Einschnitte". Man habe einen Sparkurs einschlagen müssen, der die Sach- und Personalkosten erheblich reduziere. "Für weite Teile unserer Belegschaft mussten wir bereits Kurzarbeit beantragen."

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