Smartphone-Betriebssystem Android

EU verhängt Milliardenstrafe gegen Google

Android ist für Geräte-Hersteller wie Samsung kostenlos und kann angepasst werden – es gibt jedoch Einschränkungen.
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Android ist für Geräte-Hersteller wie Samsung kostenlos und kann angepasst werden – es gibt jedoch Einschränkungen.

Die EU-Kommission hat gegen Google laut Medienberichten eine Rekord-Wettbewerbsstrafe verhängt. Diesmal geht es um das Smartphone-Betriebssystem Android.

Die bisher höchste Kartellstrafe aus Brüssel für ein einzelnes Unternehmen lag bei 2,4 Mrd. Euro. Google muss nun laut der Nachrichtenagentur dpa deutlich mehr zahlen: Die EU-Kommission hat gegen den Internet-Giganten eine Rekord-Strafe von 4,3 Mrd. Euro verhängt. Weitere hohe Zahlungen könnten folgen, wenn der Konzern nicht innerhalb von 90 Tagen einlenke, hieß es.

Die EU-Kommission hatte das Android-Verfahren im April 2015 aufgenommen und dem Internet-Riesen ein Jahr später den Missbrauch einer marktbeherrschenden Position vorgeworfen. Google und der Mutterkonzern Alphabet weisen die Vorwürfe zurück. Android wird bei Google entwickelt, ist kostenlos für Geräte-Hersteller und kann von ihnen auch abgewandelt werden. Aber es gibt Einschränkungen, wenn sie Google-Apps wie Gmail oder Maps auf die Geräte bringen.

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Smartphones, die Google-Dienste einbinden wollen, immer ein komplettes Paket aus elf Apps des Internet-Konzerns auf die Geräte bringen müssen. So kämen zum Beispiel auch Googles Browser Chrome und die Google-Suche auf die Geräte, selbst wenn ein Hersteller zum Beispiel nur die App-Plattform Play Store installieren wollen würde. Google kontert, ein Mindestangebot an Apps sei nötig, weil Nutzer Google-Dienste sonst nicht vernünftig einsetzen könnten.

Alles in allem sieht die Kommission in dem Vorgehen des Konzerns einen Versuch, die Marktposition seiner Online-Angebote auf Mobil-Geräten auf unfaire Weise gegen andere Dienste-Anbieter abzusichern. Android hat beim Smartphone-Absatz einen weltweiten Marktanteil von über 80 Prozent. Das einzige relevante andere Mobil-Betriebssystem ist die iOS-Plattform von Apples iPhones. Konkurrenz-Systeme wie Microsofts Windows Phone oder die Blackberry-Software hatten den Wettbewerb verloren.

Der Android-Fall ist das zweite Brüsseler Kartellverfahren gegen Google nach der Shopping-Suche, in einem dritten geht es um den Dienst „AdSense for Search“, bei dem andere Internetseiten Google-Suchmasken einbinden können. Unter anderem schränke der Konzern die Möglichkeiten dieser Anbieter ein, auch Werbung von Googles Rivalen anzuzeigen, befand die Kommission. (dpa)

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