Nach FAA-Äußerung

American streicht 737-Max-Flüge bis April 2020

Die B-737 Max wird von American Airlines vorläufig nicht mehr eingesetzt.
Boeing
Die B-737 Max wird von American Airlines vorläufig nicht mehr eingesetzt.

Der Druck auf den US-Luftfahrtkonzern Boeing nimmt weiter zu. Nachdem die US-Luftfahrtaufsicht FAA bereits angekündigt hatte, den 737-Max-Fliegern in diesem Jahr keine Starterlaubnis mehr zu erteilen, nimmt American Airlines nun alle Flüge des betroffenen Flugzeugtyps für mehrere Monate aus dem Programm.

 

American Airlines streicht angesichts der großen Ungewissheit um den Problem-Jet zahlreiche weitere 737-Max-Flüge. Die US-Fluggesellschaft teilte am gestrigen Donnerstag mit, die 737 Max voraussichtlich bis zum 7. April nicht mehr einzusetzen. Damit würde die Zwangspause des Unglücksfliegers über ein Jahr andauern.

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte Boeing mit deutlichen Worten zu verstehen gegeben, dass der Konzern nicht auf eine rasche Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max setzen könne. In einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten E-Mail mahnte die Behörde den Flugzeugbauer zudem, sich mit öffentlichen Äußerungen zum Zertifizierungsprozess zurückzuhalten.

An der Börse gerieten Boeings Aktien spürbar unter Druck. FAA-Chef Steve Dickson habe Bedenken, dass der Flugzeugbauer einen "unrealistischen" Zeitplan verfolge, warnte die Behörde Boeing in der E-Mail. Dickson und Boeing-Chef Dennis Muilenburg seien im Laufe des Tages noch zu Gesprächen verabredet, teilte die Aufsicht mit. Bei dem Treffen gehe es darum sicherzustellen, dass Boeing sich über die Vorstellungen der FAA beim weiteren Wiederzulassungsverfahrens im Klaren sei. 

Dickson wolle auch ansprechen, dass einige öffentliche Statements von Boeing offenbar dazu dienen sollten, den Druck auf die FAA zu erhöhen, sich bei der Zertifizierung zu beeilen. Boeing hatte im November Zuversicht verbreitet, dass die FAA die Verbesserungen an der 737 Max noch vor dem Jahreswechsel abnickt. Dem hatte Dickson bereits am Mittwoch eine Absage erteilt. An der Börse nehmen nun die Sorgen zu, dass der Airbus-Rivale seine 737-Produktion weiter drosseln oder gar aussetzen muss. Davor hatte Muilenburg bereits gewarnt für den Fall, dass sich die Wiederzulassung des Krisenjets weiter verzögert.

Boeings Aktien gerieten am Donnerstag zeitweise deutlich ins Minus. Die 737 Max – Boeings bestverkauftes Flugzeug – darf wegen zwei Abstürzen binnen fünf Monaten seit März nicht mehr abheben. Insgesamt starben 346 Menschen bei den Unglücken. Betroffene Airlines mussten wegen des Ausfalls bereits zahlreiche Flüge streichen.

In den USA haben neben American die großen heimischen Fluggesellschaften Southwest und United Airlines den Krisenflieger in ihren Flotten. In Europa zählen unter anderem der Billigflieger Ryanair und der Reisekonzern TUI sowie der Lufthansa-Ableger Sune Express zu Boeings 737-Max-Kunden.

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