Mehrwertsteuer

Dehoga stärkt Regierung den Rücken

Dehoga-Präsident Ernst Fischer
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Dehoga-Präsident Ernst Fischer

Nach dem Aufschrei von Landesregierungen, Hotels und Incoming-Agenturen zur reduzierten Mehrwertsteuer auf Übernachtungen, meldet sich jetzt der Dehoga zu Wort. Der Verband steht hinter der Regierung.

Sabine Pracht

Gerade für die Business-Hotellerie mit viel Tagungsgeschäft ist dies ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Außerdem müssten sie bei Inkrafttreten der neuen Sieben-Prozent-Regelung ihre Firmenverträge neu verhandeln, nämlich exklusive Frühstück. Der Druck von Seiten der Firmenkunden bei den Hotels nimmt zu. "Das Telefon steht momentan nicht still", sagt ein Verkaufsleiter einer internationalen Hotelkette. Denn auch auf Seiten der Unternehmen steigt der Aufwand. Haben sie Bruttoraten mit ihren Leistungsträgern vereinbart, müssen sie neu verhandeln.

Auch Incoming-Agenturen, die Hotels bis jetzt vielfach zu Bruttopreisen einkaufen, sehen ihr Geschäftsmodell in Gefahr. Mit dem reduzierten Steuersatz würden sie das Hotel im Verhältnis teurer einkaufen, im Paket-Verkauf aber müssten sie weiter mit 19 Prozent rechnen, werfen Incoming-Agenturen den Politikern und Verbänden in einem offenen Brief vor.

Der Hotel- und Gaststätten-Verband Dehoga ist zwischen die Fronten geraten und meldet sich jetzt erstmals öffentlich zu Wort. Er steht trotz aufgebrachter Mitglieder hinter den Plänen der Regierung. Die Senkung der Mehrwertsteuer schafft Steuergerechtigkeit in Europa und kommt zur richtigen Zeit, so das Fazit des Verbands. Der Dehoga erwartet, dass die Senkung wie im Koalitionsvertrag vorgesehen zum 1. Januar 2010 in Kraft tritt.

Der Verband werde sich weiter für die Beseitigung "bestehender Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten im geltenden Mehrwertsteuer-System" einsetzen, setzt bei der Umsetzung der Gleichstellung aber vor allem auf die Regierung. "Die Hotellerie hat volles Vertrauen, dass Politik und Verwaltung zu den aufgeworfenen Detailaspekten rechtssichere Umsetzungsvorschriften vorlegen werden", sagt Dehoga-Präsident Ernst Fischer. Doch inwieweit die von verschiedenen Seiten hervorgebrachten Kritikpunkte tatsächlich berücksichtigt werden, ist bislang unklar.

Ohne die Senkung der Mehrwertsteuer sei die Zukunft des Tourismus-Standortes Deutschland in Gefahr, so Fischer weiter. Die sieben Prozent Mehrwertsteuer gäben den Hoteliers in schwierigen Zeiten wichtige Gestaltungsspielräume für dringend benötigte Investitionen, für Preissenkungen sowie bei der Mitarbeiter-Entlohnung und -Qualifizierung.

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