M-Commerce

"Die dritte Revolution"

Die neue Generation von Smartphones wird die Reisebranche nachhaltig verändern. Die Unternehmen müssen ihre Prozesse darauf einstellen, so das Fazit einer Diskussion auf dem Welt-Tourismus-Gipfel.

Die Technologie entwickele sich in "exponentieller Geschwindigkeit", sagte Khosrowshahi und nannte als Beispiel die Entwicklung von Facebook. Expedia habe vor anderthalb Jahren eine App für das I-Phone eingeführt, mit der Kunden mit Hilfe virtueller Stecknadeln markieren können, welche Ziele sie besucht haben. "Obwohl wir die App mehr oder weniger nebenbei einführten, haben unsere Kunden eine Milliarde Ziele markiert", berichtete der Expedia-Chef. "Wir haben jetzt jede Menge Daten – nur wissen wir nicht, was wir damit machen sollen", räumte er freimütig ein.

Die extensive Datensammelei wird nicht nur von kritischen Nutzern von Google und Facebook intensiv diskutiert. Für die Reisebranche stelle sich neben dem Datenschutz eine ganz andere Frage, sagte Tony Tyler, Chairman des Luftfahrt-Verbands Iata und Chef von Cathay Pacific: "Wem gehören die ganzen Informationen über unsere Kunden eigentlich?" Die Iata-Carrier, die die BSP-Daten seit langem kommerziell nutzen, hätten zumindest bewiesen, dass diese Daten werthaltig seien.

Die neuen Smartphones und das I-Pad mit seiner Bildschirm-Bedienung werden die Nutzergewohnheiten der Reisekunden verändern, meinte Khosrowshahi. Und das gelte auch für die Unternehmen selbst: "Expedia wird in fünf Jahren wahrscheinlich ganz anders aussehen als heute: mobiler und noch stärker sozial vernetzt."

Neben den Privatkunden müsse man dabei vor allem die Geschäftsreisenden im Blick haben, die schon jetzt häufig mit Smartphones unterwegs seien, sagte Charles Petrucelli, Chef der Business-Travel-Sparte von American Express. Nachdem die Null-Provisionen der Airlines das Geschäftsmodell der Travel Management Companies grundlegend verändert und die Online-Portale für neue Kostenstrukturen gesorgt hätten, läute der M-Commerce nun die "dritte Revolution in der Reisebranche" ein. Die Geschäftsreise-Anbieter müssten nun dafür sorgen, dass die in den Verträgen verankerten Anforderungen der Firmenkunden mit dem Bedürfnis der Reisenden, sich unterwegs flexibel entscheiden zu können, in Einklang gebracht werden.

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