Light-Tarife

VIR kritisiert neue Lufthansa-Regelung

VIR-Vorstand Michael Buller wirft der Lufthansa vor, ihre Marktstellung zu missbrauchen.
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VIR-Vorstand Michael Buller wirft der Lufthansa vor, ihre Marktstellung zu missbrauchen.

Die Ankündigung der Lufthansa, die Light-Tarife auf allen Europa-Strecken ab Deutschland bald nur noch über den Direktvertrieb anzubieten, sorgt weiter für Kritik. VIR-Vorstand Michael Buller wirft der Airline „unakzeptables Verhalten“ vor.

Zwischen der Lufthansa und dem Vertrieb gibt es weiter Ärger. Nach dem Deutschen Reiseverband (DRV) kritisiert nun auch der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) die Ankündigung des Konzerns, seine günstigsten Tickets vom 9. Oktober an ausschließlich über die eigenen Systeme zu verkaufen. Die so genannten Light-Tarife ohne Aufgabegepäck sind dann nur noch über die Websites der Lufthansa-Gesellschaften sowie bei Reisebüros und Internet-Anbietern erhältlich, die sich direkt an das Buchungssystem der Lufthansa haben anschließen lassen.

Die internationalen Vertriebsplattformen (GDS) wie Sabre oder Amadeus bleiben bei dieser Ticket-Art außen vor. Schon seit längerem belegt Lufthansa Ticket-Buchungen aus den GDS-Systemen mit einer zusätzlichen Gebühr und hatte auch dafür Kritik der Reisebüros einstecken müssen.

Nach Auffassung des VIR-Vorstands Michael Buller zeige Lufthansa mit dieser Entwicklung klar das Verhalten eines Monopolisten. „Die aktuelle Ankündigung, die günstigen Light-Tarife nur noch über die eigenen Vertriebssysteme und Schnittstellen anzubieten und buchbar zu machen, ist nur ein weiterer Versuch der Lufthansa, dem touristischen Vertrieb zu schaden und Wettbewerber aus dem Markt zu drängen“, so Buller. Er sehe das Bundeskartellamt in der Pflicht, dem Unternehmen keinen weiteren Freibrief für unakzeptables Verhalten auszustellen, erklärte der Verbandschef.

Die Lufthansa unternehme alles, damit ein funktionierender Wettbewerb nicht stattfinden könne. „Es mündet immer in Preiserhöhungen, die angebliche Kostennachteile der Lufthansa kompensieren sollen, letztlich aber den Vertrieb benachteiligen“, sagt Michael Buller. Die Airline verfolge den klaren Plan, dass der Kunde nur noch direkt auf den Vertriebskanälen des eigenen Unternehmens buchen solle.

Ein Lufthansa-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Die Preise blieben transparent und den Reisebüros werde ein Zugang zum Buchungssystem angeboten, ohne finanzielle oder technische Hürden. Das Verfahren sei bereits in anderen Märkten erprobt und nur für den Raum Deutschland/Österreich/Schweiz neu. (dpa/HD)

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