Koalitionstreffen

Regierung berät über Hilfe für Reisebüros

Die Bundesregierung berät über ein Konjunkturpaket, das voraussichtlich auch Reisebüros helfen wird.
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Die Bundesregierung berät über ein Konjunkturpaket, das voraussichtlich auch Reisebüros helfen wird.

Es könnte der langersehnte Durchbruch für die Reisebüros werden: Die Koalitionsspitzen beraten an diesem Dienstag in Berlin über das geplante Konjunkturpaket. Neben zahlreichen anderen Branchen soll auch den Reisebüros geholfen werden.

Seit Wochen demonstrieren weite Teile der Touristikbranche für Finanzhilfe – von der Vorstellung, dass sie schnell kommen könnte, wie ursprünglich einmal gefordert, kann schon gar keine Rede mehr sein. Doch immerhin: Nun könnte endgültig etwas passieren.

An diesem Dienstag treffen sich die Spitzen der schwarz-roten Koalition. Sie beraten über das geplante Konjunkturpaket. Vorgesehen ist, dass am Dienstagabend noch eine Entscheidung darüber fällt, wer bei den Maßnahmen berücksichtigt wird und wer nicht.

Ein Hoffnungsschimmer für die gebeutelten Reisebüros und die mittelständischen Veranstalter. Noch ist unklar, welche Branchen genau berücksichtigt werden. Doch von "Reisebüros" ist auch bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der über die Zusammensetzung des Hilfspakets maßgeblich mitbestimmt, ausdrücklich die Rede.

Bis zu 50 Mrd. Euro groß – oder sogar noch größer – wird das Konjunkturpaket möglicherweise werden, das die Regierung schnüren will, um die Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln. Es soll für die Jahre 2020 und 2021 gelten. Diskutiert wird ein ganzes Bündel an Maßnahmen, darunter eine Einmalzahlung von 300 Euro an Familien pro Kind oder eine Finanzhilfe für Kommunen.

Aber auch kleinen und mittelständischen Unternehmen soll geholfen werden. Ausdrücklich genannt werden von Politikern neben Reisebüros dabei auch die Branchen Gastronomie und Messebauer. Künstler und Solo-Selbständige sollen ebenfalls Hilfe bekommen.

SPD regt Prämie für Ausbildungsplätze an

Auf den letzten Metern vor den Beratungen am Dienstag hat die SPD-Bundestagsfraktion zudem noch eine ganz neue Idee eingebracht, die auch für die Touristikbranche von Bedeutung sein könnte: Die Sozialdemokraten wollen Ausbildungsplätze mit einer einmaligen Prämie erhalten. "Die Prämie soll Unternehmen unterstützen, die in der Krise an ihren Ausbildungsplätzen festhalten", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Mast. Details dazu wurden noch nicht präsentiert.

Ursprünglich hatten die Teilnehmer der Demonstrationen der Bewegung "Gesicht zeigen!" schnelle Finanzhilfe von der Politik vor allem in Form eines Rettungsfonds für die Touristik gefordert. Doch diese Lösungsmöglichkeit sei in Berlin "vom Tisch" wie es aus Kreisen heißt, die mit den Verhandlungen vertraut sind. Stattdessen soll jetzt im Rahmen eines Konjunkturprogramms geholfen werden.

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Dietmar Rauter
Erstellt 2. Juni 2020 17:58 | Permanent-Link
bearbeitet

Bevor nicht der letzte Kunde sein Geld zurück erhalten hat, sollten keine neuen Buchungen ins Ungewisse getätigt werden, das sind wir unseren Kunden schuldig. Das Perfide an den 5-Tage-Reisen 'Feiern mit Mannschaften, die nicht mehrin ihre Heimat können' ist ja , daß die neuen Covid-19 - Ansteckungen erst zu Hause bemerkt werden (außer bei den Mannschaften). Zur Zeit steigt der R-Wert gerade wieder an nach der Himmelfahrtslockerung. Konsequenz: Wir brauchen nicht rückzahlbare Überbrüpckungshilfen und die Arbeitsämter Mittel für Beratung und Umschulung, einige werden wohl eine neue Arbeit brauchen, insbesondere Lufthanseaten. Der Kuchen wird kleiner. Und die (billige) Seniorenbetreuung an Bord hat sich ja auch überlebt.

1.
Uwe Liebold
Erstellt 1. Juni 2020 13:34 | Permanent-Link

Na da bin ich wirklich gespannt wie die Lösung aussehen soll - damit die Veranstalter das Geld der Kunden zurückzahlen können und die Anzahlungen der Kunden für 2021 abgesichert werden. Durch das bisherige Zögern sind wir nun auf eine Lösung und Hilfe in diesen Fragen tatsächlich angewiesen. Nur bei einer klaren Perspektive ergeben Investitionen in die Zukunft überhaupt einen Sinn. Hoffen wir das die bisherigen Aktionen und Gespräche jetzt zu guten Entscheidungen führen.

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