Geschäfte laufen weiter

Kieler Reisebüro Fahrenkrog meldet Insolvenz an

Das Stammhaus des Reisebüros Fahrenkrog in der Kieler Altstadt.
Privat
Das Stammhaus des Reisebüros Fahrenkrog in der Kieler Altstadt.

Die traditionsreiche Reisebüro-Kette Fahrenkrog hat beim Amtsgericht Kiel Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind mehr als 70 Mitarbeiter. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter.

Die Corona-Krise macht der Reisebranche schwer zu schaffen. Zu den Unternehmen, die unter den Folgen der Krise in Knie gehen, zählt nun auch die Reisebüro-Kette Fahrenkrog in Kiel.

Das Unternehmen musste jetzt beim Amtsgericht in Kiel Insolvenz anmelden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Reinhold Schmid-Sperber von der Kieler Kanzlei Reimer Rechtsanwälte bestellt.

Kunden, die bereits Reisen gebucht und bezahlt haben, seien von der Insolvenz nicht betroffen, betont das Unternehmen in einer Mitteilung. Sie könnten ihren Urlaub oder ihre Geschäftsreisen planmäßig antreten. Die Gehälter der mehr als 70 Beschäftigten werden bis Ende September über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Insolvenzverwalter sieht Chancen

Schmid-Sperber analysiert mit seinem Team derzeit die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, um Sanierungs- und Fortführungsoptionen zu prüfen. "Die Corona-Krise hat zu einem massiven Umsatzeinbruch geführt, der leider auch nicht durch staatliche Hilfsprogramme und sofort eingeleitete Kostensenkungsprogramme aufgefangen werden konnte", erklärt der Sanierungsspezialist.

Ob und in welcher Form einzelne oder alle sechs Niederlassungen in Kiel, Lübeck, Heikendorf, Kronshagen und Timmendorfer Strand langfristig fortgeführt werden können, lässt sich laut dem Insolvenzverwalter derzeit noch nicht sagen. Die Chancen hierfür würden jedoch als positiv angesehen, teilt der Insolvenzverwalter mit.

Firmenchef zeigt sich optimistisch

Firmenchef Philipp Fahrenkrog, der das 1953 gegründete Unternehmen in dritter Generation leitet, gibt sich jedenfalls zuversichtlich: "Wir besitzen einen einmaligen Ruf in der Landeshauptstadt und darüber hinaus. Dank der Loyalität unserer Tausenden von Kunden und der weiterhin voll motivierten Belegschaft werden wir auch diese Krise überstehen."



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6.
Gerd Laatz
Erstellt 3. August 2020 13:44 | Permanent-Link

Lieber Philipp,
lieber Jörg,

das ist wirklich eine traurige Nachricht. Aber ich bin mir sicher, dass Ihr auch die Chance für einen soliden und koordinierten Neustart schon bald seht, wenn das nicht schon der Fall ist. Dir und dem Team alles erdenklich Gute.
Viele Grüße aus Oberfranken
Gerd

5.
Philipp Fahrenkrog
Erstellt 1. August 2020 16:44 | Permanent-Link

Liebe KollegInnen,
vielen Dank Euch allen für die guten Wünsche!
Wir geben jetzt Gas um schnellstmöglich mit neuen Investoren an Bord an den Start zu gehen.
Euch vorerst alles Gute und bleibt tapfer!
Gruß, Philipp

4.
Christian Weimann
Erstellt 31. Juli 2020 15:19 | Permanent-Link

Werter Kollege Strate.
Wenn man im Geschäftsreisebereich tätig ist, gibt es die Umsatzeinbußen schon seid Ende Januar. Bei 70 Mitarbeiter/innen dürfte trotz KUG ein mtl. Verlust von locker bis zu 100.000 EUR aufgelaufen sein. Kleinere Unternehmen, haben bzgl. Soforthilfe, Überbrückungshilfe deutlich bessere Konditionen als Unternehmen ab 40/50 Mitarbeitern.
Wir wünschen den Kollegen/innen im hohen Norden alles Gute, viel Kraft und Fortune. Es wird hoffentlich weitergehen.
Beste Grüße aus dem Süden

3.
Egon Strate
Erstellt 31. Juli 2020 10:25 | Permanent-Link

Ich finde es schon merkwürdig, daß ein so lange am Markt tätiges Reisebüro nicht in der Lage ist, Umsatzeinbußen nach so kurzer Zeit zu überstehen!! Aber so hat die Geschäftsleitung für 3 Monate erst einmal die vollen Lohnkosten gespart, und das lohnt sich sicherlich bei 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gunnar Dageförde
Erstellt 31. Juli 2020 15:30 | Permanent-Link

@Egon Strate: Wie von Herr Rauter richtig bemerkt, ist dies auch ein Unterschied in der jeweiligen Betriebsgröße und damit kann man sich solche Kommentare aus meiner Sicht auch sparen. Schön wenn es bei Ihnen anders läuft und die Zeiten sich nicht so negativ auswirken.

Ich wünsche dem Team Fahrenkrog alles Gute für die turbulenten Zeiten und in diesem Sinne sicherlich auf bald !

2.
Jens Hulvershorn
Erstellt 31. Juli 2020 07:04 | Permanent-Link

Ein trauriger Tag für Kiel! Lieber Phillip, lieber Jörg, liebe Kolleg*innen: ich drücke alle Daumen für den Neustart!

1.
Dietmar Rauter
Erstellt 30. Juli 2020 19:28 | Permanent-Link
bearbeitet

Eine sehr traurige Nachricht. Im Mai haben wir gemeinsam vorm Kieler Landeshaus demonstriert.Ich hoffe insbesondere für die hochmotivierten tollen Kolleginnen, mit denen ich einmal zusammen arbeiten durfte und denen Fahrenkrog einfach bessere Aufstiegschancen geben konnte. Aber es zeigt sich, wie schon andernorts, Büros mit hohen Umsätzen trifft es besonders hart.

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