Studie Kreuzfahrt

Reisebüros urteilen kritischer über Reedereien

Reisebüros haben für das fvw Magazin 23 Hochsee- und sechs Flussschiff-Reedereien unter die Lupe genommen.
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Reisebüros haben für das fvw Magazin 23 Hochsee- und sechs Flussschiff-Reedereien unter die Lupe genommen.

Die aktuelle fvw Exklusiv-Studie Kreuzfahrt zeigt: Reedereien kommen im Vertrieb schlechter weg als vor einem Jahr. TUI Cruises behauptet sich weiter an der Spitze. Marktführer Aida gehört nach TUI Cruises und Hapag-Lloyd Cruises weiter zu den drei besten Anbietern, muss aber beim Markenprofil einen Rückgang hinnehmen.

TUI Cruises, Hapag-Lloyd Cruises (Luxus) und Aida Cruises sind aus Sicht des Vertriebs die besten Kreuzfahrt-Reedereien Deutschlands. Das zeigt die aktuelle fvw Exklusiv-Studie Kreuzfahrt-Markt Deutschland 2018, in der Reisebüros zum fünften Mal insgesamt 23 Hochsee- und sechs Flussschiff-Reedereien anhand von verschiedenen Vertriebs- und Produktkriterien bewertet haben. Bei den Flusskreuzfahrt-Anbietern nimmt Vorjahressieger Arosa wieder den Spitzenplatz ein, gefolgt von Nicko Cruises und Phoenix Reisen.

Das deutsche Spitzentrio hat damit zum fünften Mal in Folge die Reisebüros relativ am stärksten überzeugt. Aber der Vertrieb ist kritischer geworden. So fallen die Notenwerte, die Reisebüros in fünf Vertriebs- und zehn Produktkriterien vergeben haben, insgesamt schlechter aus als im Vorjahr. Das Gesamt-Ranking ergibt sich dabei aus dem Durchschnittswert eines Veranstalters über die erhobenen Produkt- und Vertriebskriterien, die nach ihrer jeweiligen Wichtigkeit aus Sicht des Vertriebs eingeflossen sind.

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Deutlich wird der kritische Blick auch bei der Frage der Markenwahrnehmung. So hat Marktführer Aida signifikant an Markenprofil verloren. Bezeichneten im vergangenen Jahr noch 79 Prozent der Reisebüros Aida als einen Anbieter mit einem klaren Profil, sind es 2018 nur 62 Prozent. Eine Begründung liegt in der deutlichen Angebotsverbreiterung von Aida. Die Reederei stellt seit der Einführung der Aida Prima große Schiffe mit einer breiten Zielgruppenansprache in den Markt und rückt damit immer stärker von ihrer ursprünglich klaren Positionierung als „Clubschiff“ ab. Für die Reisebüros ist die Marke damit weniger greifbar geworden. Die Marke mit dem klarsten Profil (80 Prozent) ist nach wie vor TUI Cruises mit den Markeneigenschaften „Premium All Inclusive“ und „deutsch“.

Kreuzfahrtstudie 2018: Aida in neuer Kategorie Nachhaltigkeit vorne


Veränderungen gibt es auch in der Bedeutung der Verkaufsfaktoren. So ist die Auswahl der Destinationen eines Kreuzfahrt-Anbieters für den Vertrieb in diesem Jahr deutlich wichtiger geworden. 78 Prozent der Reisebüros halten sie sogar für sehr wichtig oder unverzichtbar, gegenüber 74 Prozent im Vorjahr. Auch das Routing und die Attraktivität der Landausflüge haben nach Meinung der Reisebüros bei der Reiseentscheidung der Kunden einen höheren Stellenwert als zuvor. Das Routing halten 84 Prozent für wichtig oder sogar unverzichtbar (plus 9 Prozentpunkte), bei den Landausflügen sind es 64 Prozent (plus 15 Prozentpunkte).

Die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit ziehen jetzt auch zunehmend am Counter ein und gewinnen angesichts der öffentlichen Diskussion beim Verkaufsprozess an Bedeutung. Waren im Jahr 2017 noch 54 Prozent der Reisebüros der Meinung, dass der Einsatz von neuer Umwelttechnik in Kreuzfahrtschiffen beim Verkauf wichtiger wird, sind es 2018 schon 57 Prozent.

Kreuzfahrtstudie 2018: Das sagt der Vertrieb über die Reedereien


Erstmals haben Reisebüros die einzelnen Reedereien nach der Nachhaltigkeit ihres Angebots bewertet. Dabei steht Aida Cruises an der Spitze, gefolgt von Hurtigruten und Hapag-Lloyd Cruises. Der Marktführer punktet dabei mit der frühen Entscheidung für den Antrieb mit Flüssiggas und der Nutzung von Landstromanschlüsse in Häfen. Schlusslichter in der Kategorie Nachhaltigkeit sind die US-Reedereien Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Norwegian Cruise Line.

Trotz des kritischeren Blicks glauben Reisebüro-Mitarbeiter aber weiter an das Wachstum in der Kreuzfahrt. 90 Prozent (plus 1 Prozentpunkt) rechnen damit, dass die Umsätze im Hochseesegment weiter zunehmen werden. Fast die Hälfte (48 Prozent, plus 4 Punkte) glauben das auch von der Flusskreuzfahrt. Dabei haben in diesem Jahr auch kleinere Reisebüros mehr Geschäft mit Hochsee-Kreuzfahrten gemacht. Deren Umsatzanteil stieg von 17 auf 21 Prozent in den Büros bis zwei Millionen Euro Umsatz. Im Durchschnitt machen Reisebüros 23 Prozent ihres Umsatzes mit Hochsee-Kreuzfahrten.

Zur Methodik: Im Auftrag der fvw hat das Marktforschungsinstitut IMA Media-Service 200 Reisebüros mit bevölkerungsrepräsentativer nationaler Verteilung befragt. Die qualifizierten, gestützten Telefoninterviews wurden zwischen dem 7. Juni und 10. Juli 2018 geführt. Die komplette Studie im Umfang von 275 Seiten kann für fvw-Abonnenten zum Preis von 595 Euro und für Nicht-Abonnenten zum Preis von 995 Euro zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer direkt im fvw Shop bestellt werden. www.shop.fvw.de

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