Finale Entscheidung

ITB findet nächste Woche nicht statt

Die ITB – hier der Spanien-Stand im Vorjahr – ist die weltgrößte Reisemesse.
Christian Wyrwa/Gregor Zielke
Die ITB – hier der Spanien-Stand im Vorjahr – ist die weltgrößte Reisemesse.

Nach langer Hängepartie ist nun klar: Die Reisemesse ITB nächste Woche wird abgesagt. Zuletzt hatten immer mehr Fachbesucher angekündigt, nicht nach Berlin zu fahren.

Wegen des Coronavirus haben die Organisatoren der ITB Berlin die Veranstaltung abgesagt. Das sagte ein Messesprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt die Tore öffnen.

Nach Angaben der Messegesellschaft hat das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf die Auflagen stark erhöht. "Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben", teilte die Messe Berlin mit. "Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar."

"Angesichts der aktuellen Lage und Ausbreitung des Coronavirus ist die Absage der ITB eine schmerzliche, aber auch die einzig richtige Entscheidung und ein Gebot der Verantwortung", meint Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). "Um die Freiheit des Reisens auch in Zukunft sicherzustellen, muss derzeit oberstes Ziel im Interesse der Menschen und Unternehmen die schnelle Eindämmung des Coronavirus sein. Die Absage der weltgrößten Reisemesse ITB stellt einen harten auch wirtschaftlichen Einschnitt für die Branche dar, ist unter den gegebenen Umständen jedoch eine notwendige Maßnahme, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus zu reduzieren."

Am Freitag hatten viele Touristiker auf fvw.de ihren Unmut über die lange und offenbar zwischen der Bundesregierung und dem Land Berlin umstrittene Entscheidungsfindung ausgedrückt. Zudem hatten immer mehr Unternehmen, darunter bekannte Veranstalter wie DER Touristik und Alltours, angekündigt, ihre Mitarbeiter nicht nach Berlin zu entsenden. Zahlreiche Abendveranstaltungen wie die legendäre Steigenberger-Küchenparty wurden abgesagt.

Die Organisatoren rechneten ursprünglich mit etwa 160.000 Besuchern, hatten aber in den Tagen zuvor aufgrund des Virus die Erwartungen etwas zurückgeschraubt. "Die erstmalige Absage der ITB zeigt, vor welcher Herausforderung die Reisebranche durch das Coronavirus steht", sagt Visit-Berlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker. "Berlin und seine Gastgeber bedauern die Absage, haben jedoch Verständnis, obwohl es bisher in Berlin noch keinen nachgewiesenen Corona-Fall gibt."

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