Ende des Sommergeschäfts

„Es fehlt der Umsatz aus der Türkei“

Volle Strände gab es in diesem Jahr unter anderem in Spanien und Griechenland.
Thinkstock
Volle Strände gab es in diesem Jahr unter anderem in Spanien und Griechenland.

Die Hoffnung war groß bei Reisebüros und Veranstaltern: Nach dem schwierigen Jahr 2015/2016 sollte wieder Schwung in das Geschäft kommen. Ganz ungetrübt ist das Bild zum Ende der Sommersaison allerdings nicht.

Das Geschäft der Reisebranche zieht wieder an. Der Umsatz in klassischen Reisebüros, über Online-Buchungen bei Veranstaltern und bei Pauschalreiseportalen liegt nach einer aktuellen GfK-Auswertung per Ende September 3 Prozent über dem schwachen Vorjahreszeitraum. Nach jetzigem Stand würde das Gesamtjahr nach den Berechnungen mit einem Plus von 2 Prozent abschließen. Der letzte verbleibende Buchungsmonat Oktober wird den Konsumforschern zufolge das Endergebnis nicht maßgeblich verändern. Im Vorjahr stand insgesamt ein Minus von 5 Prozent zu Buche.

Im Boomjahr 2014/2015 hatte die Branche dagegen ein Umsatzplus von 5 Prozent erzielt. „Das Türkeigeschäft bricht weiter ein mit erneut zweistelligen Umsatzrückgängen. Die Einbußen können wegen des großen Volumens des türkischen Marktes nicht vollständig durch andere Urlaubsziele aufgefangen werden“, erläutert GfK-Expertin Dörte Nordbeck.

„Es fehlt weiter ein Großteil des Umsatzes für Reisen in die Türkei, der nicht völlig durch die Nachfrage nach Mittelmeerländern wie Spanien und Griechenland kompensiert werden konnte“, sagt so auch ein Sprecher des Deutschen Reise Verbandes (DRV). Besonders für die Badeorte in Ägypten verzeichneten Reiseanbieter allerdings prozentual sehr hohe Wachstumsraten. Auch Griechenland profitiert kräftig von der Verschiebung der Reiseströme.

Knapp vier Millionen Bundesbürger reisten 2016 in die Türkei, 2015 waren es noch fast 5,6 Millionen gewesen. In diesem Jahr brach die Nachfrage weiter ein –die Branche spricht von einem insgesamt zweistelligen Minus, auch wenn das Interesse Kurzentschlossener im Sommer anzog. Vor allem politische Spannungen zwischen Berlin und Ankara belasteten das Klima. Deutschland wirft der türkischen Führung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan unter anderem willkürliche Verhaftungen deutscher Staatsbürger und andere Rechtsstaatsverstöße vor. (dpa)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats