Daten von Trivago

McKinsey-Studie sieht Auslandsreisen im Kommen

Mehr Anfragen für die deutschen Küsten: Unter den Regionen legen Nord- und Ostsee bei den Suchanfragen am stärksten zu.
Marleen Annema
Mehr Anfragen für die deutschen Küsten: Unter den Regionen legen Nord- und Ostsee bei den Suchanfragen am stärksten zu.

Die Unternehmensberatung hat Anfragen an das Hotel-Metasuchportal Trivago ausgewertet und nennt acht Trends, die auch nach der Corona-Krise gelten werden.

McKinsey nutzt für die Auswertung Daten von Suchanfragen und Weiterleitungen von der Trivago-Seite auf Hotelseiten zwischen Januar 2019 und dem 5. Juli 2020, um so den Einfluss von Corona auf das Reiseinteresse deutlich zu machen.

Aus dem Datenmaterial lassen sich laut McKinsey folgende acht Trends ableiten:

1.) Reiselust der Deutschen ist zurück
Die sinkenden Infektionszahlen in Kombination mit der Lockerung der Reisebeschränkungen seit Mitte Juni lassen die Anfragen und die Weiterleitungen (click outs) deutlich steigen. In der Lockdown-Phase erreichten sie lediglich zehn Prozent der Zeit vor Corona. Anfang Juli lag das Suchvolumen bereits bei 60 Prozent der Werte von Anfang Januar dieses Jahres. Das Verhältnis von Weiterleitungen zu Suchen lag wieder auf dem Vor-Corona-Stand.

2.) Deutschland-Suchen liegen erstmals über denen für Auslandsziele
Üblicherweise liegen die Buchungsanfragen für Auslandsreisen um 27 Prozent über denen für Deutschland-Urlaub. In der Lockdown-Phase kehrte sich das Verhältnis um: Anfang Juni lagen Anfragen für heimische Ziele um 36 Prozent über denen für Auslandsziele. Allerdings: Die Ziele jenseits der Grenze konnten ihren Rückstand nach Aufhebung der Reisebeschränkungen für EU-Ziele bis Anfang Juli auf rund zehn Prozent kontinuierlich verringern.

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3.) Last-Minute-Buchungen nehmen zu
Der Buchungsstau löst sich. Der Anteil von Buchungen im Juni bis Anfang Juli für Reisen innerhalb der nächsten 30 Tage liegen 2020 um sieben Prozent höher als vor einem Jahr.

4.) Nachbarländer legen zu
Mit Österreich und den Niederlanden profitieren zwei Lieblingsziele der Deutschen von der augenblicklichen Situation. Sie legten bei den Anfragen seit Mai signifikant zu. Die Vorteile: Sie sind leicht erreichbar und gelten als sicher, während die Fluganbindungen als wenig verlässlich angesehen werden. Ebenfalls steigendes Interesse stellt Trivago für Italien, Spanien und Frankreich fest.

5.) Deutsche Küsten profitieren
Unter den deutschen Zielen legten die Küsten gegenüber den Mittel- und Hochgebirgen bei den Anfragen während der Krise am stärksten zu. Auf Bundesländer bezogen entfallen die meisten Suchen auf Bayern. Großstädte verzeichnen dagegen ein geringeres Interesse als vor der Krise – allerdings mit steigender Tendenz seit Mitte Juni.

6.) Die Lust auf Urlaubsreisen ist höher denn je
Urlaubsreisen von mindestens sieben Tage Länge haben sich nicht nur erholt, sie liegen bei den Anfragen sogar über den Vor-Corona-Werten. Dagegen sind Kurztrips nach wie vor wenig gefragt, sie erreichen gerade einmal 63 Prozent der Werte von Anfang Januar dieses Jahres. Hier dürfte auch der brachliegende Geschäftsreise-Bereich eine Rolle spielen.

7.) Ferienhäuser boomen
Zu den Gewinnern zählen aktuell Ferienwohnungen und -häuser. Gegenüber Januar haben sich die Anfragen im Mai nahezu verdoppelt. Anfang Juli lagen sie insgesamt (In- und Ausland) noch um 34 Prozent höher. Heimische Unterkünfte sind noch beliebter.

8.) Kunden lassen sich heimische Ziele etwas kosten
Die Analyse der Preise zeigt laut McKinsey: Obwohl die Preise seit März über alle Ziele zurückgegangen sind, liegt die Zahlungsbereitschaft der Kunden für naturnahe Regionen (Küsten, Berge) auf der Höhe des vorigen Jahres. Anders bei Städtereisen: Hier reagieren die Kunden preissensibler. Sie zahlen weniger als vor einem Jahr und wählen Städte, die durch die Krise im Geschäftsreisebereich zu Preissenkungen gezwungen sind.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

4.
Alexander von Koslowski
Erstellt 23. Juli 2020 09:12 | Permanent-Link

Hat Trivago seine Datenanalysten verloren, oder hat die Geschäftsleitung kein Vertrauen in deren Auswertung. Warum benötigt man für seine eigenen Daten McKinsey. Oder möchte man nur wieder sicher sein, dass diese Studie in allen Medien zitiert wird und sich dadurch für Trivago die Sichtbarkeit bei Google erhöht. Jedenfalls hat diese Untersuchung weder Neuigkeitswert noch irgendeinen Nutzen für jemanden.

3.
Burkhard Rittinghaus
Erstellt 23. Juli 2020 08:48 | Permanent-Link
bearbeitet

Captain Obvious hat seinen Job bei McKlumsey offensichtlich noch.

2.
Ingo Simandi
Erstellt 23. Juli 2020 08:17 | Permanent-Link

Nehmen wir alle Kommentare und Berichte hier auf der FVW in den letzten Tage, Woche und Monaten zusammen, kommt man auf das selbe Ergebnis, dafür benötigt man keine McKinsey-Studie.

1.
Ulrich Von dem Bruch
Erstellt 23. Juli 2020 07:59 | Permanent-Link

„Die Reiselust der Deutschen ist zurück“ So eine Überschrift rauszuhauen bei 60% Suchvolumen im Juli ist ja auch sehr gewagt. Kooperiert McKinsey jetzt mit der Bild Zeitung?

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