Coronavirus-Folgen

Tourismusbeauftragter sagt der Branche Hilfe zu

Am Montag beschäftigt sich das Bundeswirtschaftsministerium mit den Folgen des Coronavirus für die Tourismusbranche. Staatssekretär Thomas Bareiß sagt Unterstützung zu.
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Am Montag beschäftigt sich das Bundeswirtschaftsministerium mit den Folgen des Coronavirus für die Tourismusbranche. Staatssekretär Thomas Bareiß sagt Unterstützung zu.

Der DRV berichtet nach einer Mitgliederumfrage von hohen Buchungsrückgängen in den vergangenen Tagen, die Luftfahrt erwartet eine schwere Krise. Der Tourismusbeauftrage der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sagt Unterstützung zu.

"Die Menschen sind verunsichert und halten sich derzeit mit Buchungen zurück", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Bei einer Umfrage unter mehr als 450 Unternehmen habe eine Mehrheit von Umsatzrückgängen von bis zu 75 Prozent berichtet. Ein Ende der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sehe die große Mehrheit der befragten Unternehmen frühestens im zweiten Halbjahr. "Urlaub hat bei den Deutschen einen sehr hohen Stellenwert, daher setze ich auf ein starkes Last-Minute-Jahr", sagte Fiebig der dpa.

Die Branche müsse aber Bestandteil eines Konjunkturprogramms für die deutsche Wirtschaft sein. "Reisebüros und Veranstaltern muss es durch die Gewährung von Überbrückungskrediten ermöglicht werden, entstehende Liquiditätsengpässe abzufedern", forderte Fiebig. Auch Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, hatte in einem fvw-Interview Hilfen gefordert und von Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium berichtet.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sagte Unterstützung zu. "Die Lage ist sehr ernst. Die Tourismusbranche ist besonders betroffen. Wir müssen jetzt schnell prüfen, wo wir mit bestehenden Instrumenten schnell und unbürokratisch Hilfe leisten können", so der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Kurzfristig könne man sicher Einiges abfedern durch Kurzarbeitergeld und Liquiditätshilfen.

Die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung für den Tourismus beschäftigt am Montag eine Spitzenrunde im Bundeswirtschaftsministerium. Auch vor der Ausbreitung des Coronavirus in Europa und Deutschland waren die Sommerbuchungen schon zäh angelaufen.

Besonders betroffen ist der Luftverkehr. Die Lufthansa Group hatte am Freitagabend angekündigt, dass in den kommenden Wochen bis zu 50 Prozent aller Flüge gestrichen werden könnte. Es sei jetzt schon sichtbar, dass die Folgen der Corona-Krise gravierender seien als bei vergleichbaren Nachfrageeinbrüchen wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise oder in Folge des Sars-Virus, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow.

"Unsere Unternehmen passen mit großen Anstrengungen ihr Flugangebot an die einbrechenden Buchungen an, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und Arbeitsplätze zu sichern", sagte von Randow. Die Politik müsse die Unternehmen unterstützen, "damit diese ein für Deutschland wichtiges Mobilitätsangebot aufrecht erhalten und gravierende Strukturbrüche in der Luftverkehrswirtschaft vermieden werden können."

Der Airport-Verband ADV verwies darauf, dass die wegbrechende Nachfrage im Luftverkehr die Flughäfen hart treffe: "Flughäfen unterhalten große Infrastrukturen. Der Fixkostenanteil liegt sehr hoch." Es sei zu begrüßen, dass die Politik Maßnahmen prüfe, um schwer betroffene Wirtschaftsbereiche zu unterstützen.

Aus Sicht der Airline-Branche sollte die sogenannte 80/20-Regel für die Slot-Vergabe an großen Flughäfen befristet ausgesetzt werden. Danach muss eine Fluggesellschaft einen Slot in einer Flugplanperiode zu mindestens 80 Prozent nutzen, damit das Zeitfenster nicht verfällt.

In einer akuten Krise wie der jetzigen sei die Regelung kontraproduktiv, da nun ein Riesenanteil der Slots zu verfallen drohe, so der BDL. Zudem forderte der Verband, Bund und Länder sollten bei ausgewählten Gebührenarten wie Luftsicherheitsgebühren die Kosten zeitlich befristet übernehmen, um die Liquidität der Unternehmen zu schützen.
7 Kommentare Kommentieren

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7.
Lee
Erstellt 9. März 2020 21:28 | Permanent-Link

Hole Phrasen, dummes Geschwätz ! Typisch Deutsch !

6.
Dietmar Rauter
Erstellt 9. März 2020 17:00 | Permanent-Link

@Frank Dost
Lieber Kollege, wenn jetzt selbst der Gesundheitsminister, den ich ausdrücklich loben will, weil er sein Ressort sehr verantwortlich und für alle führt, vom Reisen abrät und nicht weiß, wie lange es dauert mit den Maßnahmen, dann ist es an der Zeit (und wenn frau/man sie gerade hat), mal zu checken, was gerade abgeht. Und wenn der Dax abschmiert, aber der Nikkei-Index gewinnt (obwohl in Japan gerade gar keine Kreuzfahrten verkauft werden) , geht das doch auch nicht an uns vorbei, die wir gerade auf die Besuche asiatischer Touristen verzichten müssen. Das sind Tatsachen, die uns alle betreffen, die Tourismus-Industrie, auf die zur Not verzichtet werden kann (was wir ja gerade erleben) an erster Stelle. Letzte Woche hatte ich ja empfohlen: Umschulen in Richtung Pflegepersonal und Bus- und Bahnlenker, das hat Perspektive.

5.
Frank Dost
Erstellt 9. März 2020 16:13 | Permanent-Link

@Herrn Rauter:
Sorry, aber ihre kurzen "Einspielungen" enthalten eine sehr exponierte eigene Sichtweise. Ich kann darauf verzichten, zumal, wenn Sie hier und jetzt anfangen politische Seitenhiebe zu verteilen. Machen Sie es besser! - Sich eine Narrenkappe aufzusetzen und mit der Schelle dauernd ihre Sichtweise zu verbreiten ist kein Ansatz für Lösungen.

4.
Dietmar Rauter
Erstellt 9. März 2020 13:24 | Permanent-Link

Lieber Kollege Simandi,
ich versuche die Zeit der KollegInnen (auch wenn es im Moment wohl eher paßt) nicht mit überlangen Beiträgen zu strapazieren, deshalb die Kürze. Positiv kann ich folgendes berichten: Ich war gestern aud einer Fahrradmesse, da waren Senioren im Auftrag von Iouristikbüros verschiedener niedersächsischer Kreise und Gemeinden, die für Fahrrad-Urlaub warben. Dort gibt es (Corona-) freie B&B s und Gasthöfe , freundlichem Service und zum Teil gut ausgebauten Radrouten. Alternativer Aktivurlaub ! Aber einmal über den Tellerrand schauen, kann schon hilfreich sein, und wer in der Lage ist, die richtigen Maßnahmen zu treffen !

3.
Ingo Simandi
Erstellt 9. März 2020 13:11 | Permanent-Link

@ Rauter, bitte egal welche Meinung wir vertreten, keine politischen Wertungen. Und noch eins: kritisieren kann jeder - besser machen ist gefragt, zumindest mithelfen es besser zu machen.

2.
Dietmar Rauter
Erstellt 9. März 2020 13:05 | Permanent-Link

So schwierig die ökonomische Lage auch ist: Aber wer jetzt die Geld-Druckerpresse anwirft, wie es jetzt der Finanzminister beabsichtigt , hat nichts aus der Vergangenheit gelernt: Schulden, für die es keinen Gegenwert gibt, weil zur Zeit kaum Wertschöpfungsproduktion stattfindet, lassen alle Indizes einbrechen: Hochhäuser, für die es keine Mieter gibt, Fabriken ohne Aufträge , Kreuzfahrtschiffe ohne Passagiere werden wertlos, wenn niemand mehr damit Profite machen kann . Leider fehlt es in den ausgepowerten 'Volks(?)parteien' an klugen, nicht populistischen Ministern und Vorständen. Selbst Wirtschaftsbosse bestätigen, daß die Merkel- Ära uns 15-20 Jahre zurückgeworfen hat, Friedrich Merz wäre genau so ein Repräsentant !

1.
Ingo Simandi
Erstellt 8. März 2020 10:45 | Permanent-Link

So, das war es mit der sonnenverwöhnten Reisebranche.
Es gilt umzudenken, denn viele kleinere Büros und Veranstalter werden es finanziell nicht durchhalten, die MItarbeiter entlassen, eine Möglichkeit, doch auch diese Kollegen müssen ihren Lebensunterhalt bestreiten, werden hoffentlich eine andere Anstellung finden, und ein Teil der gut ausgebildeten Mitarbeiter ist der Branche verlustig. Was zeigt uns das ganze noch, braucht es wirklich dieses Ausmaß an Reisen, Luftverkehr, etc., der eine oder andere wird darüber nachdenken, dass weniger mehr ist, manchmal bedarf es nur eines Anstosses von außen und das in der Zeit von Greta.
Die Onlinebüros stellen ihre Mitarbeiter ein, oder entlassen sie, ganz nach Bedarf - die Gutscheine sind ja noch unterwegs - wie lange ist eigentlich deren Gültigkeit in Zeiten von Korona? Die Reisebranche muss sich leider teilweise neu erfinden.
Ach so, Berlin war toll, es ging in dieser Stadt alles seinen gewohnten Gang, nur hatte ich diesmal mehr Zeit Museen zu besichtigen und habe bisher noch keine Anzeichen einer Erkrankung. Traurig ist nur dieser Hype über einen normalen biologischen Vorgang, auch Evolution genannt, es wird immer wieder Angriffe der Natur gegen den Menschen geben - natürlich - und keiner der hochbezahlten Industriemanager hat einen Plan für den Worst Case, schlechtes Management, aber so ist es, wenn man dem Shareholder Value hinterher rennt, in der Bibel gehören Gier und Maßlosigkeit zu den Todsünden, manchmal hat sie doch recht, aber unser Staat wird sicherlich den Konzernen helfen - Arbeitsplätze - die kleineren Unternehmen werden leer ausgehen - unternehmerisches Risiko - hier zählen die Arbeitsplätze nichts. Hat sich eine veranwortungsvoller Politiker (wenn es soetwas geben sollte) schon jemals überlegt, was alles an der Reisbranche dranhängt: Transportunternehmen, Landwirtschaft, produzierendes Gewerbe (Handtücher, Matratzen, Seife, Decken, Deckoartikel etc.), Souvenierverkäufer, Reisebüros, Anwaltskanzleien, Straßenbau, Umweltschutz, Grenzbeamte und vieles mehr.
1918 gab es die spanische Grippe, mit weltweit zwischen 50 - 100 Millionen Toten, das war schlimm, sehr schlimm und heute haben wir einen Schnupfen zu verkraften, wie reagieren wir, wenn es eine wirkliche Pandemie gibt? Mir fehlen schon heute Worte um ein Ereignis zu beschreiben, da sie sehr oft schon abgedrosschen sind und keine Aussagekraft mehr haben. Manchmal sollte man einfach mehr nachdenken und nicht nur rumgackern, wenn viele Leute ihre Meinung kundtun, ist es nicht immer positiv (ich nehme mich hier von meinen Kommentaren nicht aus).
Hoffen wir, besser ich, das es nicht ganz so schlimm kommt - brave new world.

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