Zwei Jets aus Frankfurt raus

Ralf Teckentrup, Vorstand von Thomas Cook, schießt sprachliche Pfeile gegen die Befürworter von strikten Nachtflug-Verboten. Die Condor müsste auf jeden Fall Flugzeuge aus Frankfurt abziehen.

Teckentrup rechnete während einer Präsentation vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg vor, dass Condor zwei bis drei Jets in Frankfurt nicht mehr wirtschaftlich betrieben könne, wenn der Flughafen von 22 bis 6 Uhr geschlossen wird. Der Manager, der in Personalunion auch Präsident der deutschen Airline-Verbands BDF ist, sagt voraus, dass Frankfurt ein Signal wäre. "Wird der größte deutschen Flughafen nachts geschlossen, werden alle Airports in Deutschland folgen. Das ist doch klar." Mit Blick auf Leipzig/Halle wird er polemisch: "Bis vor 20 Jahren demonstrierten die Leute dort für Reisefreiheit, jetzt demonstrieren sie dagegen."

Am Beispiel von Frankfurt erläuterte er die ernsten Konsequenzen für die Airlines: "Morgens hat Lufthansa etwa 120 Flugzeuge in Frankfurt stehen, die in die Luft müssen." Bei 60 Starts und 60 Landungen pro Stunden dauere der Prozess zwei Stunden. Abends würde es sich wiederholen. Flugzeuge und Crews könnten täglich mehrere Stunden weniger fliegen, so dass die Kosten auf eine sehr viel geringere Produktion verteilt werden müssen.

Im Sommer fliegen Condor-Jets bis zu 14 Blockstunden. Schon das ist weniger als beispielsweise Sunexpress, deren Heimatflughäfen keine Einschränkungen haben. Die türkisch-deutsche Airline schafft bis zu 18 Blockstunden täglich.

Trotz seiner vehementen Stellungnahme versichert Teckentrup: "Keine Fluggesellschaft will möglichst viel nachts fliegen. Wir wollen fliegen wenn es Nachfrage gibt." Doch einige Dienste erforderten längere Öffnungszeiten der Flughäfen. Er nannte insbesondere die Fracht und bestimmte Fernflüge.

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