Will Google für Opodo bieten?

-

Der geplante Verkauf von Opodo kommt in Schwung. Nach dem französischen Portal Go Voyages tauchen nun offenbar weitere Interessenten auf.

Klaus Hildebrandt

Das GDS Amadeus hat den geplanten Verkauf seiner Beteiligung an Opodo zwar noch nicht bestätigt, aber seit Wochen wird darüber spekuliert. Das "Wall Street Journal" berichtet nun unter Berufung auf Finanzkreise, dass es mehrere Interessen gebe. Genannt werden das weltgrößte Online-Reisebüro Expedia, die Private-Equity-Investoren Permira und Axa Private Equity, aber auch Google.

Interessant ist aber der Name Google. Die Suchmaschine sorgt in der Reisebranche bereits mit der geplante Übernahme des auf die Abfrage von Flugtarifen spezialisierten IT-Unternehmens ITA für Furore. Der ITA-Deal sorgte auf dem fvw Kongress im September für hitzige Debatten bei Travel-Technologie-Spezialisten.

Doch Google-Deutschland-Chef Stefan Tweraser hatte auf dem fvw Kongress allen Spekulationen über ein "Google Travel" eine Absage erteilt: "Wir sind ein Werbe-Unternehmen. Es gibt keine Pläne, in das Endkunden-Geschäft einzusteigen."

In der Tat würde Google mit dem Kauf eines Portals wie Opodo große Werbekunden wie Expedia oder Unister (Ab-in-den-Urlaub.de, Fluege.de etc) vor den Kopf stoßen. Die Werbe-Einahmen aus der Reisebranche sind für Google eine wichtige Erlösquelle. Die Software von ITA wird dagegen von vielen Portalen selbst genutzt.

Einige Beobachter meinen deshalb, der Name Google sei nur gestreut worden, um den Verkaufsprozess anzuheizen. Laut dem "Wall Street Journal" erwartet Amadeus einen Verkaufserlös zwischen 400 und 500 Mill. Euro. Die Bank JP Morgan sei mit dem Verkaufsprozess beauftragt worden.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats