Vorsprung dank Continental

Larry Kellner führt als CEO den US-Mega-Carrier Continental Airlines.
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Larry Kellner führt als CEO den US-Mega-Carrier Continental Airlines.

Mit Continental Airlines ist die dritte US-Fluggesellschaft der Star Alliance beigetreten. "Ein Upgrade zur First-Class-Alliance", nannte das deren CEO Larry Kellner. Das dürfte dem Skyteam nicht gefallen.

Georg Jegminat

Als eigentliche Motivation für den Übertritt bezeichnet Kellner die Fusion von Delta Air Lines und Northwest. "Zuvor haben wir als gleichrangige Partner kooperiert, doch durch die Fusion wurden wir zum Juniorpartner."

"Jeder Passagier wünscht sich doch, dass er ein Upgrade in die First Class bekommt", griff Jeff Smisek, COO von Continental Kellners Worte auf. Nun gehöre man zur First-Class-Allianz. Smisek war nach dem offiziellen Beitritt regelrecht erleichtert. Er tritt Anfang 2010 Kellners Nachfolge an und hat in den vergangenen 15 Monaten mit seinen Team harte Arbeit für den Übertritt geleistet.

Continental bringt in das Star-Alliance-Streckennetz insbesondere den Newark-Hub, die Routen an der Ostküste und einen starken Hub Houston mit Lateinamerika-Strecken ein. Von Newark aus fliegt Continental 26 Interkont-Ziele an. Darunter zahlreiche Sekundärziele wie Oslo und Hamburg. "Unsere Flüge zu den Hubs der Partner sind nur Ergänzung, "berichtet Smisek. Allerdings kommt noch im November mit Houston–Frankfurt ein neuer Dienst hinzu, der dem Hub-to-Hub-Konzept der anderen Star-Partner im Transatlantik-Verkehr folgt. "Wir werden aber grundsätzlich nicht von unserer Stärke abweichen", beharrt Smisek im Gespräch mit der fvw.

Die vier Partner, Lufthansa, United, Air Canada und nun Continental, haben die Wettbewerbsfreigabe (Anti Trust Immunity) für eine erweiterte Zusammenarbeit erhalten. "Dem ist eine sehr eingehende Prüfung vorausgegangen", zerstreut Smisek Zweifel daran, die Wettbewerbshüter könnten der Mega-Allianz ein Stoppschild zeigen. Waehrend sich die Streckennetze von United und Continental bestens ergänzen, haben Continental und US Airways einander stärker überlappende Netze. Das könnte bei den Wettbewerbshütern doch vermehrt Bauchschmerzen verursachen, wenn US Airways nun dieser vertrieften Kooperation beitreten will.

Für die Lufthansa ändert sich innerhalb weniger Tage ein weiterer wichtiger Punkt im Nordamerika-Verkehr: "New York ist jetzt kein Sackbahnhof mehr für uns." Das gelte sowohl für den Flughafen JFK als auch für Newark. In Newark bietet Continental derzeit 86 Ziele zum Weiterflug in Nordamerika an. In JFK startet Lufthansa im kommenden November ein einseitiges Code Sharing mit Jetblue: Bestimmte Jetblue-Flüge erhalten zusätzlich eine LH-Nummer und werden von Lufthansa als Umsteigeverbindungen vermarktet.

Das neue Star-Mitglied Continental ist der fünftgrösste US-Carrier. Mit 63 Mill. Passagieren im Jahr 2008 wurden 15,2 Mrd. US-Dollar Umsatz erzielt. Inklusive der Regionalpartner betreibt die Airline derzeit eine Flotte von 604 Flugzeugen.

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