Viele Tote in Kirgisistan

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Der Präsident der an Kasachstan grenzenden ehemaligen Sowjetrepublik ist auf der Flucht. Das Auswärtige Amt rät von Reisen ab.

Die Vertreter der kirgisischen Opposition bereiten offenbar die Machtübernahme vor. Die USA setzten die Flüge zu ihrer Luftwaffenbasis in der Nähe Bischkeks aus. Es ist eine wichtige Basis für den Afghanistan-Einsatz.

Von Deutschland aus gibt es bislang keinen Nonstop-Flüge in die bis 1991 noch zur Sowjetunion gehörende Republik. Bischkek ist lediglich via Umsteigen in Istanbul mit Turkish Airlines, via Almaty mit Air Astana oder via Moskau mit Aeroflot zu erreichen.

Zwar werden Bischkek und andere Städte in Kirgisistan auch von zahlreichen regionalen Airlines des Staates angeflogen. Wegen gravierender Sicherheitsmängel stehen jedoch sämtliche Airlines — darunter die größeren Kyrgisistan Airlines und Avia Traffic Company – auf der Schwarzen Liste der EU. Sie dürfen Europa nicht ansteuern. Geschäftsreisende aus Deutschland nutzen neben den genannten Airlines auch die tadschikische Tajik Air, die ab Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, nach Bischkek fliegt.

Kirgisistan, das zu Zeiten der sowjetischen Herrschaft noch Kirgisien hieß, gehört zu den vergleichsweise demokratischen Ländern Mittelasiens. Sowohl Kasachstan als auch Tadschikistan und Turkmenistan werden eher autoritär geführt, und Usbekistan ist nach wie vor eine Diktatur. So ließ der usbekische Herrscher Islam Karimow vor einigen Jahren vermutlich Hunderte Demonstranten unter dem Vorwand erschießen, es handele sich bei ihnen um islamistische Terroristen.Karimow hat sich den Kampf gegen Islamismus auf die Fahnen geschrieben. Deutschland hat in Usbekistan seine militärische Basis fürs benachbarte Afghanistan.

Der kirgisische Präsident Bakijew war nach der so genannten Tulpenrevolution 2005 gewählt worden, da er demokratische Reformen  versprochen hatte. 2009 wurde er im Amt bestätigt, allerdings mit fragwürdigen Mitteln. Er gilt als korrupt, unberechenbar und soll Demokratie und Meinungsfreiheit brutal unterdrücken. Bei den Kämpfen am Mittwoch kamen offenbar bis zu 100 Menschen ums Leben. Neue Präsidentin soll die Außenministerin Rosa Otunbajewa sein.

Das Auswärtige Amt rät von Reisen sowohl nach Bischkek als auch nach Talas, Tokmok und Naryn ab. Dort soll es überall gewalttätige Demonstrationen geben. Wer bereits im Land ist – dies dürften vor allem Geschäftsreisende sein – sollte Menschen-Ansammlungen meiden und die örtliche Medienberichterstattung aufmerksam verfolgen.

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