Verhandlungen mit Verdi haben begonnen

DRV-Verhandlungsführer Volker Fasbender freut sich über den bisher konstruktiven Dialog mit Verdi.
PR
DRV-Verhandlungsführer Volker Fasbender freut sich über den bisher konstruktiven Dialog mit Verdi.

Die Tarifgespräche zwischen Touristikern und Verdi sind eröffnet. Während die DRV-Tarifgemeinschaft auf Flexibilität bei der Arbeitszeit drängt, fordert Verdi moderate Lohnsteigerungen.

Sabine Pracht

Der Geschäftsführer der DRV-Tarifgemeinschaft führt die Verhandlungen für die Touristik. Manche Berufsbilder wiederum, beispielsweise im Online-Bereich oder für Back-Office-Tätigkeiten, tauchten in dem Regelwerk nicht auf. „Es bestand von keiner der beiden Parteien eine große Leidenschaft, das zu ändern“, sagt Verdi Verhandlungsführerin Ute Kittel. Doch beiden Seiten liegt jetzt eine Modernisierung am Herzen, schließlich sind die Berufsgruppen Basis für die Lohngruppen.

Die Änderung dieses Parts wird wohl eine längere Zeit in Anspruch nehmen, während die Verhandlungen um Arbeitszeiten und Gehälter zügiger voranschreiten sollen. Die Arbeitnehmerseite, die eine moderate Lohnerhöhung fordert, ohne konkrete Prozentsätze zu nennen, will noch bis Ende diesen Jahres zu einem Abschluss der Verhandlungen kommen. Touristik-Vertreter Fasbender hält das für unrealistisch. „Der Prozess dauert mindestens drei Monate“, ist Fasbender überzeugt. Denn die Touristiker wollen bei den Vergütungsstrukturen einiges ändern. Die Arbeitgeberseite hatte den Vertrag gekündigt, obwohl der Gehaltstarifvertrag ohnehin Ende September ausgelaufen wäre. Ein Zeichen sollte gegenüber Verdi gesetzt werden. „Wir wollten deutlich machen, dass wir ein eigenes Anliegen haben“, so der DRV-Mann.

Touristiker fordern flexiblere Arbeitszeiten

Speziell geht es den Touristikern um die Regelung der Arbeitszeit, Mehrarbeit und Zeitzuschläge. Den Arbeitgebern schwebt eine flexiblere Arbeitszeit vor, um etwa auf Ausnahmezustände wie bei der Aschewolke besser reagieren zu können. Außerdem wird der Vertrieb bei den Verhandlungen auf leistungsbezogene Vergütungen pochen. Doch auch von Seiten des DRV hält man sich mit konkreten Forderungen ebenfalls noch bedeckt: „Wir wollen uns alles offen halten und haben keine detaillierten Forderungen“, so Fasbender.

Verdi hingegen sieht Bedarf, bei den Löhnen nachzubessern. Die Kurzarbeit und der starke Einsatz bei der Aschewolke müssten kompensiert werden, so Kittel. Ein weiteres Thema hat sie sich bei den Verhandlungen auf die Agenda gesetzt: Die Gleichstellung der Auszubildenden, etwa bei Weihnachtsgeld und Urlaubsanspruch sowie eine Ost-West-Angleichung bei den Löhnen. „Die Anforderungen sind die gleichen“, so Kittel.

Das erste Gespräch sei konstruktiv und in einer guter Atmosphäre abgelaufen, heißt es von beiden Seiten. Am 18. August wollen sich die Partner erneut zusammensetzen. Für September und Oktober sind weitere Treffen geplant.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats