US-Verband erobert Europa

Caroline Strachan soll als Chefin NBTA Europe führen.
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Caroline Strachan soll als Chefin NBTA Europe führen.

Die US-amerikanische Geschäftsreise-Vereinigung NBTA gründet eine Dachorganisation in Europa, die NBTA Europe. Sechs europäische Verbände haben ihre Mitgliedschaft zugesagt. Der VDR distanziert sich.

Sabine Pracht

Gerade mal ein paar Stunden ist die Nachricht über die Gründung von NBTA Europe alt, schon findet der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) dazu deutliche Worte: "Der VDR sieht in einer Gründungsmitgliedschaft bei der neuen NBTA Europe keinen Mehrwert für den Verband und seine Mitglieder", sagt Dirk Gerdom. Der deutsche Travel Manager-Verband erteilt damit dem Versuch, eine weitere europäische Organisation von Reise-Einkäufern und Travel Managern mit Leben zu füllen, eine Absage. Begründung: Der VDR ist bereits Mitglied in der europäischen Interessensvertretung Paragon, in der ebenfalls europäische Verbände organsiert sind.

Die neue europäische Dachorganisation zählt insgesamt etwa 2000 Mitglieder. 55 Prozent davon sind Travel Manager in den genannten europäischen Ländern. Für das operative Management ist das ITM zuständig. Chefin von NBTA Europe wird Caroline Strachan, bei Astra Zeneca für den Geschäftsreise-Einkauf verantwortlich. Wer im Aufsichtsrat sitzt, soll in den nächsten Wochen verkündet werden.

Ziel der Vereining sei es "globale Geschäftsreise-Themen auf die lokalen Bedürfnisse der europäischen Mitgliedsverbände anzupassen und Wissen zu teilen", sagt Strachan. Mit Studien, Benchmarks, Praxisbeispielen, Weiterbildungsangeboten und einer Reihe von Eigenveranstaltungen will NBTA Europe Ansprechpartner für Travel Manager in Europa sein. Auch auf anderen Kontinenten will sich die NBTA stäker mit lokalen Themen engagieren. Im ersten Jahr zahlen die Travel Manager der Mitgliedsverbände keinen Beitrag. Ab 2011 falle eine Mitgliedsgebühr von 395 Euro an. Die Verbände zahlen jedoch nichts für das Engagement bei NBTA Europe.

Noch liefen die Gespräche mit dem VDR, heißt es bei NBTA Europe. Auch der deutsche Verband will die "Entwicklung genau beobachten", so Gerdom. Er wolle mit der NBTA im Gespräch bleiben, steht dem Vorhaben aber äußerst kristisch gegenüber. NBTA wolle "eigenmächtig die europäische Stimme der Industrie darstellen", heißt es beim Verband. Der VDR wolle unabhängig sein und lieber bilaterale Verbindungen mit anderen internationalen Verbänden pflegen sowie die Lobby-Arbeit in Brüssel und Berlin ausbauen.

Mit der Acte, ebenfalls einer europäischen Niederlassung eines amerikanischen Travel-Manager-Verbands, organisierte der VDR gemeinsame Veranstaltungen. Auch mit den Schweizer und österreichischen Kollegen sei eine Allianz geplant.

Vor einigen Monaten noch wollten NBTA und Acte fusionieren. Dieser Plan besteht laut NBTA nun nicht mehr.

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