Streit ums letzte Zimmer

Expedia-CEO Dara Khosrowshahi
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Expedia-CEO Dara Khosrowshahi

Hotels droht erneut Druck von Seiten der Online-Portale. Expedia erhebt über die Ratenparität hinaus Anspruch auf Last-Room-Availability. Mit Choice Hotels International wurden erste Häuser von der Vermarktung über Expedia.com und Hotels.com ausgeschlossen.

Sabine Pracht

Erstes Opfer dieser neuen Politik, die Expedia auf fvw-Anfrage nicht bestätigen will, sind die Choice Hotels International mit weltweit mehr als 6000 Häusern, 34 davon in Deutschland. Expedia habe die Verhandlungsgespräche mit dem bisherigen Kunden abrupt abgebrochen als Choice Hotels eine Last-Room-Availability ablehnte, berichten Insider. Expedia beruft sich dabei auf bereits bestehende Vertragsinhalte mit den Choice Hotels und anderen Kunden, die sich nicht geändert hätten. Internationalen Medienberichten zufolge pocht Expedia auch bei anderen großen Ketten auf eine Last-Room-Availability. Erste Partner hätten bereits zugestimmt. Branchenkenner befürchten, dass Expedia Druck auf weitere Hotelketten ausüben wird, um mehr Gestaltungsspielraum beim Pricing zu haben. Denn anders als Mittler hierzulande agiert Expedia als Wiederverkäufer, als so genannter Merchant.

Für deutsche Hotel-Portale dürfte die Last-Room-Availability nicht zu einem großen Streitpunkt mit den Hotels werden. Viele Verträge sehen eine solche Vereinbarung bereits vor. Zu den meisten großen Ketten haben die Online-Portale ohnehin Direktanbindungen und damit Zugriff auf die verfügbaren Zimmer.

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