Starker Januar macht Hoffnung

August Gossewisch
PR
August Gossewisch

Erstmals steigt die Zahl der Geschäftsreise-Buchungen wieder, so der Anbieter CWT. Das vergangene Jahr hingegen brachte ein klares Minus von 28 Prozent.

Oliver Graue

Zurückzuführen war der Rückgang allerdings weniger auf eine reduzierte Zahl an Reisen, sondern auf einen stark reduzierten Durchschnittspreis insbesondere bei Flügen und Hotels. "Viele Kunden haben sehr genau nachgefragt, welches Verkehrsmittel das für sie günstigste ist und dies dann konsequent umgesetzt", berichtet CWT-Vertriebschefin Martina Eggler. Fernflüge wurden häufig sogar ganz gestoppt. Eggler: "Kein anderes Land in Europa hat den Sparkurs im vergangenen Jahr so radikal durchgesetzt wie Deutschland und Holland." Außerhalb des Kontinents wurde nur in den USA noch mehr eingespart.

Insgesamt sank der Transaktionspreis bei Flugscheinen in Deutschland um 14 Prozent und bei Hotels um 12 Prozent. Bei der Bahn blieb er stabil, Mietwagen wurden sogar leicht teurer. Die Buchung der Business Class innerdeutsch und innereuropäisch ist 2009 enorm abgesackt, aber auch im Fernverkehr hat sich der Prozentsatz von 51 (2008) auf 38 reduziert. Und, so Gossewisch, "wir verspüren kaum einen Willen seitens der Unternehmen, dies wieder zu lockern".

Der Preiskampf bei Airlines und Hotels habe mittlerweile "bizarre Formen angenommen", sagt Eggler. Weltweit ging es vor allem im Beherbergungsgewerbe "massiv nach unten", ein Trend, der sich nach Aussage der CWT-Experten in diesem Jahr sogar noch fortsetzen könnte. Im Flugverkehr rechnet Gossewisch angesichts der Kapazitätsverknappung hingegen mit leicht steigenden Ticket-Preisen.

Einen positiven Trend verzeichnet CWT bei der Online-Nutzung ihrer Kunden. Diese stieg – über alle Kunden hinweg – von 19 auf 22 Prozent, zudem habe es die "seit Jahren höchste Zahl an Online-Buchungssoftware-Implementierungen gegeben", so Gossewisch. Entdeckt werde auch mehr und mehr das Segment MICE. CWT hat den Event-Bereich zu einem ihrer strategisch wichtigen Gebiete für die Zukunft erklärt.

Trotz des über dem Branchen-Schnitt liegenden Umsatz-Minus hat die Kette 2009 weder Entlassungen ausgesprochen noch Kurzarbeit eingeführt. Durch freiwillige Maßnahmen konnte die Zahl der Vollzeitstellen um etwa zehn Prozent reduziert werden, von 784 auf nunmehr 702. Zu den Maßnahmen zählen freiwillige Arbeitszeit-Reduzierungen um 20 Prozent bei 10 Prozent weniger Lohn sowie unbezahlter Urlaub. Zudem hätten die Mitarbeiter selbst zahlreiche Vorschläge gemacht, mit deren Hilfe weitere 20 Prozent an Sachkosten eingespart wurden. "Wir haben – trotz allem – 2009 gut gemeistert und schwarze Zahlen geschrieben", gibt sich Gossewisch angesichts der Krise dennoch zufrieden. In Zukunft werde es verstärkt auf Beratung bei Themen wie Reiserichtlinien, Online-Buchung und virtuelle Kommunikation ankommen.

Insgesamt geht CWT mit "vorsichtigem Optimismus" ins neue Jahr. Bereits der Januar sei deutlich besser gewesen als der Vorjahresmonat, so Eggler. Ziel der Kette sei es vor allem, durch die Gewinnung von Neukunden wieder zu wachsen. Das "alte Potenzial von 2008" werde hingegen eher nicht zurückkommen, auch, weil das Thema Reise-Vermeidung in den Unternehmen auf Dauer präsent bleibe.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats