Sonderflugplan von Lufthansa

Stefan Lauer
Jörg Ladwig
Stefan Lauer

Lufthansa will mit ihrem Sonderflugplan die Folgen des Streiks möglichst eingrenzen. Konzernvorstand Stefan Lauer fordert die Piloten zu Gesprächen auf.

Georg Jegminat

Lufthansa bucht Passagiere um auf andere Airlines, nicht nur auf Star-Alliance-Partner, wie ein Sprecher betont. Austrian Airlines weist darauf hin, dass ihre Flüge nicht bestreikt würden. Nach Informationen laufen bei Brussels Airlines viele Buchungen ein. Das dürfte auch bei Air Berlin für volle Flugzeuge sorgen. Die ebenfalls nicht bestreikten Airlines des Lufthansa-Regional-Verbunds werden teilweise andere Strecken fliegen als üblich, um sinnvolle Umsteige-Verbindungen zu bedienen.

Star-Partner LOT kündigt den Einsatz größerer Flugzeuge an. "Wir haben unsere Flugplanung der schwierigen Situation der Fluggäste angepasst. Zwischen Deutschland und Polen bietet LOT die meisten Direktflüge sowie einen zuverlässigen Service und Zeitplan. Anschlussflüge über das moderne Drehkreuz Warschau mit kurzen Umsteigezeiten sind für Reisende nach Osteuropa und auch nach Nordamerika interessant", erklärt Dirk Steffensen, Direktor bei LOT Polish Airlines.

Derweil kämpfen das Lufthansa-Management und die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) mit Argumenten öffentlich für ihre Positionen. Lufthansa bezeichnet den Arbeitskampf als "unverhältnismäßig" und wirft den Piloten vor, sie wollten eine Mitsprache bei Management-Entscheidungen erzwingen. "Lufthansa hatte in langen und intensiven Verhandlungen die von der Vereinigung Cockpit geforderte Lösungsbereitschaft gezeigt. Allerdings hat die Vereinigung Cockpit Forderungen nach Arbeitsplatzsicherheit zusätzlich mit weitgehenden Mitspracherechten bei unternehmerischen Grundsatzfragen und damit einem Eingriff in die Geschäftsführung verknüpft. Diese Verknüpfung kann nicht akzeptiert werden", teilt die Airline mit. Ein Streik schade dem Unternehmen, seinen Kunden und Mitarbeitern in hohem Maße.

Die Piloten dementieren eine Einmischung in Lufthansa-Unternehmensangelegenheiten: "Die Vereinigung Cockpit hat mit Befremden die Äußerungen des Lufthansa-Konzernvorstands zur Kenntnis genommen, dass sie bei unternehmerischen Grundsatzfragen mitentscheiden und somit auf Vorstandsentscheidungen unmittelbar Einfluss nehmen wolle. Die Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage", versichert Ilona Ritter, Vorsitzende Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Konzernvorstand einen Tarifkonflikt erheblichen Ausmaßes provoziert, indem er behauptet, eine Forderung nicht erfüllen zu können, die niemals aufgestellt wurde." BTW-Präsident Klaus Laepple schlägt sich auf die Seite der Airline: "Die Lufthansa-Piloten sind mit Gehältern und Privilegien ausgestattet, die in Deutschland kaum eine andere Berufsgruppe erreicht. Es gleicht somit einer schlechten Posse, dass die Mehrzahl dieser Piloten ab Montag einen Teil des Landes lahmlegen will."

"Wir sind jederzeit gesprächsbereit", sagte Lauer. Allerdings bewege sich die Gewerkschaft derzeit keinen Millimeter. "Wir sind auch zu Arbeitsplatz-Sicherheit bereit – aber wenn wir die VC-Forderungen erfüllen würden, würden wir die Verantwortlichkeit des Managements aus der Hand geben“, sagte der Manager.

Derzeit gibt es keine Signale, dass es am Wochenende noch Gespräche zwischen dem Lufthansa-Management und der Tarif-Kommission der Piloten gibt, durch die der Arbeitskampf ausgesetzt werden könnte.

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