Sixt bleibt gut gelaunt

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Der Autovermieter Sixt leidet weniger stark unter der Wirtschaftskrise als beispielsweise viele Fluggesellschaften. Erich Sixt erkennt sogar eine Verschiebung der Nachfrage von Zug und Flug zum Mietwagen, obwohl die Mietpreise steigen.

Georg Jegminat

"Wir planen auch das Jahr 2010 konservativ", so der Firmenchef und Hauptaktionär. Denn er fürchtet, dass das Ende des Kurzarbeit-Effekts zu erhöhter Arbeitslosigkeit führen werde. Auch vom Auslaufen der Abwrackprämie für Altautos erwartet er einen negativen Einfluss auf sein Geschäft.

Drei Effekte sollen sich jedoch auch während der nächsten Monate stabilisierend für den Autovermieter auswirken. Erstens entdeckten immer mehr Firmen, dass ihre Mitarbeiter innerhalb Deutschlands vergleichsweise günstig mit dem Mietwagen reisen. Zweitens werde die Flotte auch in den kommenden sechs Monaten um etwa sechs Prozent schrumpfen und die Mitarbeiterzahl durch Fluktuation zurückgehen. Drittens "setzen wir seit Mai ziemlich konsequent auf Preiserhöhungen".

Nach dem Hin und Her mit der Kilometerbegrenzung auf 200, gibt es bei Sixt nur noch diese Begrenzung auf 900 Kilometer an Wochenenden. "Die 200 Kilometer wird vom Markt nicht angenommen", so Sixt. Nun werden durch die Bank Preiserhöhungen um etwa zehn Prozent angepeilt. "Nur ganz wenige Kunden akzeptieren das nicht und gehen uns von der Stange."

Sixt erzielte von Januar bis Juni 2009 Vermieterlöse in Höhe von 364,9 Mill. Euro – lediglich 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings sind die sonstigen Erlöse aus Vermietungen durch eine stark geschrumpfte Flotte um 35,9 Prozent auf 100 Mill. Euro zurückgegangen.

Als Reaktion auf die Konjunkturschwäche verringerte Sixt den Fahrzeug-Bestand von 72.300 auf 67.900 Fahrzeuge (minus 6,1 Prozent). Beim Fahrzeug-Austausch ist die Anpassung noch deutlicher zu erkennen: Statt 84.700 wurden im ersten Halbjahr lediglich 66.300 Autos in die Vermiet- und Leasing-Flotte eingesteuert (minus 22 Prozent).

Der Konzernumsatz ging um 8,4 Prozent auf 782,8 Mill. Euro zurück. Das Konzernergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (Ebit) schrumpft von 91,7 Mill. auf 1,4 Mill. Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern ist mit 22,4 Mill. Euro negativ. Im Vorjahreshalbjahr gab es noch einen Gewinn von 44,9 Mill. Euro. Erich Sixt bilanziert dennoch: "Bei uns stimmt die Richtung."

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