Schneeschilde für den Tunnelzug

Der Eurostar in St. Pancras Station
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Der Eurostar in St. Pancras Station

Beim Eurostar stehen die Räder still zumindest im Passagierbereich. Nachdem am Freitag fünf Züge im Eurotunnel steckengeblieben waren, sind bis auf weiteres nur Testfahrten geplant.

Michael Krane

Eurostar arbeitet daran, die Züge besser gegen Schnee und Schmelzwasser zu schützen. Im Gespräch sind Schilde und bessere Dichtungen insbesondere für zentrale Stromeinheiten. Wann die Nachrüstungen abgeschlossen sind, ist ungewiss.

Der Betreiber hat den Ticket-Verkauf bis nach Weihnachten eingestellt. Als Alternative zum Eurostar bieten sich derzeit lediglich die Fähren über den Ärmelkanal an.

Nach dem Wintereinbruch in der vergangenen Woche war der Flugverkehr auf der Insel zeitweise lahmgelegt worden und findet erst allmählich zur Normalität zurück.

Am Freitag waren fünf Eurostar-Züge im Tunnel unter dem Ärmelkanal steckengeblieben. Etwa 2000 Passagieren mussten zum Teil 15 Stunden ohne Wasser, Verpflegung, Frischluft und irgendwelche Informationen ausharren.

Reisende sprachen von Horror und waren erbost über die völlig unzureichende Hilfe durch das Zugpersonal. Erst Dieselloks konnten die Züge wieder ans Tageslicht ziehen.

Ursache für das Desaster sind offensichtlich die unzureichend geschützten Stromeinheiten der Züge. Nach dem Wintereinbruch in Nordfrankreich hatte Schmelzwasser die sensible Technik während der Tunnelfahrt lahmgelegt.

Die Vorschriften sehen vor, dass eine Evakuierung erst dann geschehen darf, wenn die Ursache der Panne klar ist. Dies hat Stunden gedauert.

Am Samstag und Sonntag war der Betrieb eingestellt worden. Etwa 50.000 Passagiere waren auf den Strecken zwischen London, Paris und Brüssel betroffen.

Neben dem finanziellen Verlust dürfte den Betreibern vor allem der Image-Schaden zu schaffen machen. Seit jeher mussten sich Tunnel- wie Eurostar-Betreiber mit Vorbehalten gegenüber der Bahnstrecke unter dem Ärmelkanal auseinandersetzen. Unfälle oder liegengebliebene Züge wurden von den Kritikern gerne zu Horrorszenarios ausgemalt. Deren Farben sind jetzt aufgefrischt worden.

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