Piloten wollen Streik fortsetzen

Etliche Maschinen bleiben morgen stehen.
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Etliche Maschinen bleiben morgen stehen.

Der Luftfahrt droht eine wahre Streikwelle: Bei British Airways ist der Arbeitskampf schon in vollem Gang. Nun haben auch die Lufthansa-Piloten angekündigt, ab dem 13. April für vier Tage die Arbeit ruhen zu lassen.

Rita Münck

Die auf den ersten Streik folgenden Gespräche wurden nun von der VC für gescheitert erklärt und zum Streik aufgefordert: "Aus Rücksicht auf die Urlaubspläne der Kunden während der Oster-Feiertage und um dem Lufthansa-Top-Management ausreichend Zeit einzuräumen, seinen bisherigen Kurs neu auszurichten" habe die VC den Arbeitskamp auf die Zeit von Dienstag (13. April) bis Freitag (16. April) jeweils von Mitternacht bis Mitternacht terminiert. An dem Streik sollen sich die Piloten der Lufthansa Passage, von Lufthansa Cargo und Germanwings beteiligen.

Das derzeit vorliegende Angebot der Lufthansa bestehe laut VC aus einer 21-monatigen Nullrunde und einer deutlichen Verschlechterung des Manteltarif-Vertrages. "Eine Nullrunde oder sogar Absenkungen kommen überhaupt nur dann in Frage, wenn die Lufthansa die bereits bestehende Tarifvereinbarung zur Arbeitsplatz-Absicherung wieder einhält", erklärte die Tarifkommission der Vereinigung Cockpit. Diese derzeit bestehende Sicherungsvereinbarung schreibt vor, dass unter der Dachmarke Lufthansa auf Passagierflugzeugen mit mehr als 70 Sitzen nur Mitarbeiter eingesetzt werden, die unter den Geltungsbereich des Konzerntarif-Vertrages fallen.

Aus Lufthansa-Sicht stellt sich die Lage naturgemäß anders da. Der Konzern teilte mit, er sei in einem bereits am 25. Februar übermittelten, formellen Angebotspaket sehr wohl auf die von der Gewerkschaft geäußerte Sorge um die Sicherheit der Arbeitsplätze eingegangen. Die Airline gewährt demzufolge einen "Bestandsschutz bis Ende 2012 für die vom Konzerntarif-Vertrag umfassten Cockpit-Arbeitsplätze im Lufthansa Konzern, bei gleichzeitiger Verlängerung des Manteltarif-Vertrages bis Ende 2012".

"Wir haben der Vereinigung Cockpit ein der Situation des Unternehmens und dem wirtschaftlichen Umfeld angemessenes Angebot unterbreitet", sagte der Lufthansa-Verhandlungsführer und Passagevorstand Finanzen & Personal, Roland Busch. In diesem Sinne sei es aber unter allen Umständen zu vermeiden, die Kosten weiter zu erhöhen.

Der VC ist das aber offenbar zu wenig. Eine Nullrunde werde sie nur akzeptieren, wenn Lufthansa eine Quotierung der Verkehrsanteile für die Passage und die LH-Partner-Airlines im Nachbarschaftsverkehr einführt. Da der Lufthansa-Konzern zuletzt stark gewachsen ist, befürchten die gut dotierten Lufthansa-Klassik-Piloten, dass ihre Arbeit auf günstigere Auslandstöchter beziehungsweise die LH-Low-Cost-Tochter Germanwings umverteilt werden könnte und damit ihre Karriere-Chancen beeinträchtigt werden.

Der Streik bei Lufthansa im Februar hatte erhebliche Folgen für die Kunden und den Flugplan. Hunderte von Flügen vielen aus. Die betroffenen Fluggesellschaften organisierten Sonderflugpläne. Und obwohl der Streik bereits nach einem Tag beendet war, lief der Flugbetrieb erst nach fünf Tagen wieder normal.

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