Norddeutsche Ziele gefragt wie nie

Inseln wie Rügen in Mecklenburg-Vorpommern waren überaus gefragt.
FVA
Inseln wie Rügen in Mecklenburg-Vorpommern waren überaus gefragt.

Touristiker in Deutschland haben noch einmal Glück gehabt. Das Krisenjahr 2009 hinterlässt insgesamt nur geringe Spuren. Doch: Während der Norden boomt, haben Geschäftsreise-Ziele und der Süden schwer zu kämpfen.

Sabine Pracht, Felicitas Helmis

Im vergangenen Jahr verzeichnete Deutschland laut Statistischem Bundesamt insgesamt 368,7 Millionen Übernachtungen. Während die Übernachtungen aus dem Inland leicht um 0,3 Prozent stiegen, verlor das Incoming-Geschäft drei Prozent.

Die weltweit schwierige Lage hielt vor allem Amerikaner, die wichtigste Zielgruppe aus dem Ausland, davon ab, nach Deutschland zu reisen. Den europäischen Nachbarn machte die Wirtschaftskrise nach ersten Untersuchungen jedoch deutlich stärker zu schaffen. Laut Deutschem Tourismus-Verband (DTV) mussten andere Ziele in Europa – bis auf die Niederlande – bis zu zweistellige Einbußen bei den Übernachtungen verkraften. "Als Reiseiziel der Europäer liegt Deutschland jetzt weltweit nach Spanien und vor Italien gleichauf mit Frankreich", bestätigt DZT-Chefin Hedorfer. Aus europäischen Ländern verzeichnete die DZT für 2009 immerhin ein Plus von zwei Prozent. "Da waren wir happy. Das hätte keiner gedacht", sagt die oberste Deutschland-Werberin.

Die Urlauber zog es im vergangenen Jahr vor allem an die Küste. Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind gefragt wie lange nicht. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen mussten Rückgänge einstecken, teilweise auch durch starke Einbußen im Geschäftsreise-Markt bedingt. Bei den Städten legten vor allem Berlin und Hamburg stark zu. Auch Dresden entwickelte sich nach Einbrüchen 2008 wieder gut. Weniger erfreulich lief das Jahr dagegen für Ziele mit sonst starkem Geschäftsreise-Verkehr: Nordrhein-Westfalen insgesamt und die Städte Köln und Düsseldorf entwickelten sich bei den Übernachtungszahlen rückläufig. Ähnliches Bild im Süden: Stuttgart und Nürnberg beklagen im Süden die stärksten Einbrüche.

Doch die Prognosen für die Zukunft stimmen optimistisch: Für die kommenden zwei Jahre macht die DZT wieder leichte Wachstumsraten von einem bis drei Prozent für den Deutschland-Tourismus aus. "Im Oktober haben wir die Talsohle durchschritten, seitdem geht es wieder aufwärts", sagt Hedorfer. Mit Abstand wichtigster Quellmarkt bleibe das eigene Land. Doch Wachtumsimpulse seien durch mehr Geschäftsreisende aus Asien und Besucher aus den USA anlässlich der Oberammergauer Passionsspiele in diesem Jahr zu erwarten.

Wie sich die einzelnen Bundesländer und die zehn wichtigsten Städtereiseziele in Deutschland 2009 im Detail entwickelt haben, hat fvw.de in den folgenden beiden Übersichten zusammengetragen.

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