Moskau erstickt im Smog

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Die Feuer rund um die russische Hauptstadt Moskau werden immer bedrohlicher. Das Auswärtige Amt hat bereits Sicherheitshinweise ausgesprochen, gefährdet ist neben der Stadt selbst eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage.

Unerträgliche Hitze und Smog, die das Atmen in Moskau immer schwerer machen: Innerhalb weniger Tage hat sich die Todesrate in der russischen Hauptstadt mehr als verdoppelt. Über 700 Menschen sterben täglich, davon mindestens die Hälfte infolge der dichten Rauschschwaden über der Stadt.

Das deutsche Auswärtige Amt rät daher vor nicht unbedingt erforderlichen Reisen in die von den Bränden betroffenen Regionen ab. Die deutsche Botschaft in Moskau wurde wegen der Luftbelastung vorübergehend geschlossen. Wer kann, verlässt derzeit die Hauptstadt, um anderswo in Russland oder in den baltischen Staaten die Zeit zu überdauern.

Insbesondere Reisende mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis sowie Kinder sollten Moskau meiden. Das gilt aber auch für alle anderen Regionen,die in der Nähe der zahlreichen Wald- und Torfbrände liegen. Die dichten Rauchschwaden haben bereits zu Einschränkungen im Luftverkehr geführt. Die Flughäfen Domodedovo und Vnukovo konnten am Wochenende zweitweise nicht angesteuert werden.

Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden, die sich in Russland aufhalten, die lokale Medienberichterstattung zu verfolgen. Die Lage könne sich kurzfristig ändern. Außer dem Großraum Moskau sind vor allem die Regionen Rjasan, Wladimir und Nischni Nowgorod betroffen, wo Tausende Hektar Wald in Flammen aufgegangen sind.

Aktuelle Informationen in englischer Sprache sind auf der Website des russischen Katastrophenschutzministeriums abrufbar. Adresse: www.mchs.gov.ru/index.php?lang=eng

Unterdessen haben russische Behörden in der Ural-Stadt Osersk beraten,wie sich ein Übergreifen der Waldbrände auf die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Maja verhindern lässt. Für die Stadt wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Das Feuer ist etwa 80 Kilometer von Majak entfernt, eine unmittelbare Gefahr besteht nach Angaben der Behörden daher nicht. Experten befürchten jedoch, dass die Waldbrände radioaktiv verseuchte Böden aufwirbeln und das Strahlengift in andere Regionen tragen.

Majak war 1957 Schauplatz der größten Atomkatastrophe vor Tschernobyl (Ukraine) von 1986. Dabei kamen Schätzungen zufolge bis heute etwa 150.000 Menschen ums Leben. Die Katastrophe wurde damals geheimgehalten. Die Anlage liegt etwa 1500 Kilometer von Moskau entfernt. Laut Greenpeace wurden zu Sowjetzeiten strahlende Materialen einfach in einem See versenkt.

Nach Angaben der Agentur Interfax wurde ein Feuer am Kernforschungszentrum Sneschinsk nahe Tscheljabinsk im Ural gelöscht. Auch in den Gebieten nahe Tschernobyl, die besonders radioaktiv belastet sind, gab es zunächst Entwarnung. Die Flammen seien erstickt, heißt es.

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