Minus im ersten Halbjahr

HRG-CEO David Radcliffe
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HRG-CEO David Radcliffe

HRG hat die Ergebnisse des ersten Geschäftshalbjahres 2009/10 vorgelegt. Sowohl Umsatz als auch Gewinn gaben nach. CEO David Radcliffe spricht trotzdem von einer robusten Vorstellung.

Martin JürsDer Umsatz des börsennotierten Geschäftsreiseanbieters sackte im Ende September abgeschlossenen Geschäftshalbjahr um 9,2 Prozent auf 155 Mill. engl. Pfund (157 Mill. Euro). Das operative Ergebnis vor Steuern ging von 6,1 Mill. auf 3,3 Mill. Pfund zurück. Gleichzeitig konnte das Unternehmen seine Nettoverschuldung um 27 Mill. Pfund auf noch 96 Mill. Pfund reduzieren.

Die kräftigsten Einbußen musste HRG dabei  in Europa hinnehmen. Auf dem mit Abstand wichtigsten Markt des Geschäftsreiseanbieters gab der Umsatz währungsbereinigt  um fast 14 Prozent nach und lag Ende September noch bei 110 Mill. Pfund, nach 128 Mill. Pfund im Vorjahr. Das operative Ergebnis ging um 6,4 Mill. auf 5,0 Mill. Pfund zurück.Belastet wurde das Geschäft unter anderem durch ein Restrukturierungsprogramm in Großbritannien und Skandinavien, das mit Kosten in Höhe von 2,3 Mrd. Pfund zu Buche schlug. Für das zweite Geschäftshalbjahr kündigte CEO David Radcliffe ein weiteres Sparprogramm an: Auch hier fallen zunächst Kosten in Höhe von einer Million Pfund an. Neben diesen klassischen Kostensenkungsprogrammen setzt HRG auch auf die Eigeninitiative der Mitarbeiter. So hat der Geschäftsreiseanbieter das so genannte „Options for Change“-Programm gestartet. In dessen Rahmen können Mitarbeiter ihre Arbeitsstunden reduzieren, unbezahlten Urlaub oder gleich ein ganzes Sabbatical-Jahr nehmen.Besser als in Europa liefen die Geschäfte in Nordamerika und Asien – zumindest auf den ersten Blick. Hier weist der Geschäftsreiseanbieter Umsatzsteigerungen von 6,2 sowie  1,0 Prozent auf. Allerdings hat HRG dabei von  günstigen Wechselkursen profitiert. Rechnet man diese Schwankungen heraus, ist der Umsatz auch in Nordamerika (minus 6,8%) und im asiatisch-pazifischen Raum (minus 5,8 %) rückläufig.Trotz des verstärkten Wettbewerbs konnte HRG sein Kunden-Portfolio weitgehend stabil halten. Die so genannte Retention Rate liegt laut Radcliffe bei über 90 Prozent. Gleichzeitig konnte das Unternehmen aber auch neue Firmenkunden gewinnen. So sicherte sich HRG unter anderem die Etats von BNP Paribas und Discovery Communications.Trotz des rückläufigen Gewinns können sich die HRG-Aktionäre über eine Interims-Dividende freuen. Pro Anteilsschein schüttet HRG am 6. Januar 2010 einen Betrag von 0,4 Pence aus.Die kommenden Monate dürften für die gesamte Geschäftsreisebranche schwierig bleiben, so HRG-Chef Radcliffe. Zwar ziehe das Geschäft derzeit wieder etwas an. Von einer nachhaltigen Erholung des Marktes könne aber noch keine Rede sein, so Radcliffe.

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