Langstrecke wird erheblich teurer

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Das Gezerre um die geplante Luftverkehrsabgabe, mit der der Fiskus ab 2011 jährlich eine Milliarde Euro einnehmen will, geht weiter. Nach etlichen Protesten hat das Bundesfinanzministerium nun einen Drei-Stufen-Plan erarbeitet.

Rita Münck

Je länger die Reise, desto höher die Abgabe. So die simple Formel, auf die man sich jetzt offenbar geeinigt hat. Auf Kurzstrecken in Deutschland und Europa seien demnach nun neun Euro geplant, für mittellange Strecken zwischen 2500 und 6000 Kilometern 25 Euro und für Langstrecken 40 Euro. Darauf hätten sich die Staatssekretäre und Abteilungsleiter von Finanz-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsministerium verständigt, heißt es. Frachtflüge sowie Flüge mit Privatmaschinen sollen weiterhin von der Steuer ausgenommen bleiben. Auch Reisende, die in Deutschland nur landen, um für den Weiterflug in ein anderes Flugzeug umzusteigen, müssen nichts zahlen.

Der erste Entwurf sah vor, die kürzeren Flüge höher und die längeren niedriger zu besteuern. Geplant waren 13 Euro für Kurzstrecken und 26 Euro für Langstrecken. Argument des Finanzministeriums war, die Steuer damit möglichst einfach halten zu wollen. Die Lobbyisten stuften den Vorstoß insgesamt als schädlich für die Deutsche Wirtschaft ab.

Auch unter den Fluggesellschaften war ein Streit über die Regelung entbrannt. So sah sich Air Berlin beim ersten Entwurf klar benachteiligt gegenüber Konkurrent Lufthansa. Da seine Fluggesellschaft eher auf Kurz- und Mittelstrecken unterwegs ist und viele Privatkunden und Familien mit Kindern befördert, wäre eine hohe Flugsteuer vergleichsweise teuer für Air Berlin geworden.  

Unternehmenschef Joachim Hunold hätte allerdings einen Aufschlag nach Buchungsklassen bevorzugt: Business Class Passagiere sollten mehr zahlen als die in der Economy. Das wiederum hätte die Lufthansa um einiges stärker belastet, da ihre Jets über weit mehr Business-Class-Sitze verfügen als die Maschinen von Air Berlin.

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