Kontrolliert in die Insolvenz

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Japan Airlines (JAL) steuert auf eine kontrollierte Insolvenz zu. Die größten Gläubigerbanken der mit 16 Mrd. US-Dollar verschuldeten JAL sollen einem staatlich gelenkten Insolvenz-Verfahren zugestimmt haben.

Die Börse hat auf jeden Fall bereits reagiert: Die Aktien der nach Umsatz größten Fluggesellschaft Asiens stürzten am Dienstag um 45 Prozent ab, der Börsenwert der Airline schmolz damit um 900 Mill. auf 1,1 Mrd. US-Dollar.

Ein Insolvenz-Verfahren in Japan würde ähnlich ablaufen wie eines in Deutschland: Sobald sich die Regierung für die Eröffnung des Verfahrens entscheidet, steht JAL unter der Obhut eines Insolvenz-Richters. Dieser würde das alte Management entmachten und einen Insolvenz-Verwalter bestimmen, der die Geschäfte führt. Wie es aussieht, soll Wirtschaftsminister Kazuo Inamori den Posten übernehmen.

Parallel rückt eine Zusammenarbeit mit einem US-Carrier näher. American Airlines und Delta wollen bei JAL einsteigen und haben Angebote vorgelegt. Das von American liegt derzeit mit 1,4 Mrd. Euro höher als das von Delta.

Wie Insider berichten, ist JAL auch nach der Privatisierung Mitte der 80er-Jahre wie ein Staats-Carrier geführt worden. Nicht überall wurde effizient gearbeitet. Nur ein Beispiel dafür aus dem Bericht des "Handelsblatts". Dort steht: "Mehrere Beschäftigte sollen Vollzeit abgestellt gewesen sein, die vier Versionen des Firmenkalenders für das Jahresende vorzubereiten – zwölf Monate lang."

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