Hürdenlauf beginnt

Das Paradepferd von Austrian Airlines: eine Tripple Seven von Boeing
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Das Paradepferd von Austrian Airlines: eine Tripple Seven von Boeing

Zwar haben Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber und ÖIAG-Präsident Peter Michaelis den Kaufvertrag für Austrian Airlines nun unterschrieben. Doch die kommenden Monate werden nicht weniger spannend als die vergangenen.

Georg Jegminat

Jetzt brennt die wirtschaftliche Lage der AUA-Gruppe unter den Nägeln. Sie fliegt in der Verlustzone. Durch Wertberichtigungen beträgt das Minus rekordverdächtige 460 Mill. Euro.

Wie stark wird sich Lufthansa in der sechs Monaten der Übergangszeit für die AUA-Gruppe engagieren? Oder muss die österreichischen Fluggesellschaft diese Zeit weit gehend selbstständig überbrücken? Wird der Flughafen Wien angesichts der Zusagen, dass AUA auch weiterhin Langstrecke fliegen wird, zu wesentlichen Preiszugeständnissen veranlassen?

Im Vertrieb wird Lufthansa weiter unterstützen. Doch die positiven Effekte sind begrenzt, da beide Airlines bereits lange kooperieren. Da sind der AUA vor allem schwere Belastungen erspart geblieben. "Hätten Air France oder die russische S7 den Zuschlag erhalten, wäre AUA durch einen immerhin dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belastet worden", rechnet ein Lufthansa-Manager der fvw vor.

Deutschland ist der wichtigste Markt für die AUA. Sie hatte eine neue flächendeckende Vertriebsorganisation aufbauen und vor allem um viele Firmenkundenverträge kämpfen müssen, die zusammen mit Lufthansa geschlossen wurden. Außerdem hätte sie neu um die im Vielflieger-Programm Miles and More organisierten Reisenden neu kämpfen müssen. Zudem müssen Airlines, die aus der Star Alliance aussteigen, einen zweistelligen Millionenbetrag auf den Tisch legen. Der Schaden wäre also immens gewesen. In dieser unsicheren Zeit wäre die Belastung kaum tragbar.

Weitere Hürden stehen in Brüssel. Denn die EU-Wettbewerbshüter entscheiden über die 500 Mill. Euro-Kapitalspritze der österreichischen Regierung für AUA, und die Übernahme durch Lufthansa muss erst noch abgesegnet werden. Das Risiko einer Ablehnung schätzt der LH-Chef "nahe null" ein.

Im kommenden halben Jahr wird Lufthansa den freien Aktionären anbieten, die AUA-Aktien für 4,44 Euro pro Anteilsschein abzukaufen. So will Mayrhuber die nun von der ÖIAG gekauften 41,56 Prozent auf mindestens 75 Prozent aufstocken. Nur dann gilt der Deal überhaupt. Denn damit wäre eine Sperrminorität gegen Lufthansa-Entscheidungen bei AUA ausgeschlossen.

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